Stuttgarter Zeitung vom 11.6.2003

Gedenkstätte für Breisacher Juden
 
BREISACH (lsw). 63 Jahre nach der Auslöschung der jüdischen Gemeinde durch die Nazis ist das ehemalige jüdische Gemeindehaus in Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) komplett renoviert worden. In dem Gebäude werden künftig eine Gedenkstätte und eine Bibliothek untergebracht, sagte die Vorsitzende des Fördervereins ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach, Christiane Walesch-Schneller. Das Projekt sei ein Musterbeispiel für eine Neuanknüpfung des Verhältnisses zu jüdischen Familien, sagte sie. Das mehr als 300 Jahre alte Gemeindehaus stand zuletzt leer.

Die Restaurierung des etwa 1691 entstandenen Gebäudes dauerte 18 Monate und kostete rund 310 000 Euro. Das restaurierte Gemeindehaus wird am 20. Juni eingeweiht. Deshalb findet vom 19. bis 26. Juni eine "Jüdische Woche" mit kulturellen Veranstaltungen statt, zu der auch Holocaust-Überlebende erwartet werden. Das Haus war zunächst Gasthaus, dann "Judenschule", später Gemeindehaus. 1875 war jeder fünfte Bewohner Breisachs jüdischen Glaubens, sagte Walesch-Schneller. Nach Zerstörung der Synagoge war der Betraum im Obergeschoss das letzte Refugium der jüdischen Gemeinde bis zu ihrer Auslöschung am 22. Oktober 1940.

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