Breisach.Am 22. Oktober jährte sich zum 64. Mal der Jahrestag, an dem alle noch verbliebenen Juden des Saarlandes, der Pfalz und Badens in das Lager Gurs nahe der spanischen Grenze deportiert worden waren. Zum Gedenken an diesen Tag hatte sich auf dem Platz des Kriegsdenkmals an der Münsterbergstraße am Nachmittag eine Gruppe eingefunden.
Gestaltet wurde die Stunde von den Sankt-Ursula-Schülerinnen Sabeth Tara Bayer, Madeleine Böhm, Beatrice du Bellier, Maria Florescu und Theresa Rupp und ihrer Lehrerin Angelika Büchelin. Die Gymnasiastinnen nehmen Teil am Mahnmal-Projekt der katholischen und evangelischen Kirchen (wir berichteten). Neben der Anfertigung zweier Gedenksteine ist es Aufgabe der Jugendlichen, über jüdische Schicksale zu recherchieren. Die Gruppüe vom St.-Ursula-Gymnasium wird Spuren der Familie Bähr in Breisach und Freiburg erforschen. Zu Besuch am Jahrestag der Deportation kamen Heinz und Marlene Feldlmann aus San Francisco. Marlene Feldmann ist Nachfahrin der früher in Breisach wohnhaften Familie Kleefeld. Zum Gedenken erhielten alle Anwesenden Blätter mit einem der 34 Namen der 1940 aus Breisach verschleppten Menschen. Im großen Kreis versammelt, erfolgte eine Schweigeminute. Der evangelische Pfarrer Peter Hanselmann verlas anschließend ein jüdisches Gebet aus einer alten Gebetssammlung.
Archivar Uwe Fahrer dankte im Namen der Stadt den Schülerinnen für die Aktion. Es sei eine sehr gute Idee gewesen, den Kriegsdenkmalsplatz auszuwählen, soll dieser doch an alle Opfer der Kriege erinnern, auch an die des NS-Terrors. Auf dem Platz ist Ende September bereits der Gedenkstein des Mahnmal-Projektes errichtet worden. Zukünftig soll eine Wandtafel, den Stein ergänzen, wofür die Schülerinnen einen Text entworfen haben. (az)
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