Förderverein  Ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach e.V.

Protokoll der Mitgliederversammlung am 01.03.2004    Beginn: 19.30 Uhr

 

 

 

Anwesende:               50

Mitglieder:                   42

Nichtmitglieder:          8

 

Vorstand:                    Frau Dr. Christiane Walesch-Schneller, Frau Barbara Motz, Frau Ines Meister, Herr Markus Eschbach, Herr Gerd Müller,

Entschuldigt:              Herr Gerhard Dümchen ist krank

                                   Alle Beiräte sind entschuldigt

 

Frau Walesch-Schneller bittet um Verständnis, dass der Kassenbericht nicht vorliegt und deshalb keine Entlastung des Vorstandes und keine Neuwahlen des Vorstandes stattfinden können. Dies müsse auf der nächsten Mitgliederversammlung geschehen, Termin: 30.03..04 19.30 Uhr . Es werde fristgemäß eine neue Einladung erfolgen.

 

 

Einstimmiger Beschluss der Änderung der Tagesordnung (TOP 1, TOP 5, TOP 7,

TOP 6) keine Enthaltungen

 

Ehrung verstorbener Mitglieder: Fred Kort (USA), René  A. Dreifuss (Brasilien), Regina Wyler (Israel), Eberhard Löwenberg(Freiburg)

 

 

TOP 1

Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 31.03.2003 wurde einstimmig angenommen

 

 

TOP 5

3 Anträge auf Satzungsänderung von A. Rajber

 

Antrag 1: Der Kassenbericht des Vereines soll zukünftig in der Mitgliederversammlung ausgelegt werden

 

Abstimmung: mehrheitliche Ablehnung einer Satzungsänderung, stattdessen:

 

Beschluss: Bei der jährlichen Jahreshauptversammlung wird ein Kassenbericht für jedes Mitglied ausgegeben. (einstimmig, keine Enthaltungen)

 

 

Antrag 2: Am Schabbat und an jüdischen Feiertagen sollen im Blauen Haus keine Veranstaltungen stattfinden

 

Diskussion darüber:

keine Arbeiten freitags im Haus, Samstags sollen Veranstaltungen möglich sein

Günter Boll sagt, das Haus muss offengehalten  werden, keine Satzungsänderung

 

 

 

Abstimmung über Satzungsänderung: mehrheitlich gegen Satzungsänderung, bei 2 Jastimmen

 

Beschluss: Die Gestaltung der Veranstaltungen und der Öffnungszeiten soll mit Rücksicht auf die Teilnahmemöglichkeit von orthodox-religiösen, jüdischen Interessierten geschehen

(einstimmig, ohne Enthaltungen)

 

 

 

Antrag 3: Alle Mitglieder, Vorstände und Beiräte sind verpflichtet, finanzielle Einnahmen die direkt oder indirekt mit dem Verein in Verbindung stehen, komplett an den Verein zu überweisen.

 

Lebhafte Diskussion über verschiedene Aspekte :

 

G.Boll: Der Vorstand muss ein Honorar beschließen

A.Rajber: Viele Leute arbeiten idealistisch für den Verein, andere erhalten ein Honorar, das ist ungerecht

C.Walesch-Schneller: Beispiele aus dem Verein: Bodo Kaiser ist bewusst nicht Mitglied

                                   Josef Kornweitz. Anreise und Auslagen für Mitarbeit werden mit   

                                   zweckgebundenen Spenden gegenfinanziert

Markus Eschbach:     Vorschlag: Im schriftlichen Kassenbericht sollen Name und Summe  genannt werden, um so für mehr Transparenz zu sorgen

 

Beschlussvorschlag: Bei dem jährlich abzugebenden Kassenbericht sind die vom Vorstand beschlossenen Beträge mit Namen und Beträgen einzeln anzugeben. Der Vorstand entscheidet gemäß Satzung.

Abstimmung: Neinstimmen: 3

                         Enthaltungen: 4

                        Jastimmen:     35

 

 

 

TOP 7 :Verschiedenes

 

Antrag von Robert Krais: Die Bibliothek soll zu Ehren von Martin Bier nach ihm benannt werden

Nach Diskussion darüber folgender

 

Beschluss:

Es wird zu einem späteren Zeitpunkt über die Namensgebung des Raumes entschieden.

Im Moment soll ein Bild von ihm besorgt und mit einem Text versehen aufgehängt werden.

 

 

 

Perspektiven:

 

Ein Gespräch mit den Mitgliedern über Gedanken und Überlegungen zum Blauen Haus

 

Stimmen:

-Zukünftige Planungen sollten in regelmäßigeren Abständen als den Jahres-Mitgliederver-

 sammlungen den Mitgliedern vorgestellt werden, vor allem vor der Ausführung

-mehr Arbeits- bzw. Sondersitzungen

-mehr und offenere Diskussionen und e-mail Austausch

 

 

 

 

 

 

C. Walesch-Schneller spricht über den Brief von Carl Steeg an den Bürgermeister, in dem er sein großes Befremden über die in ins Pflaster eingelassene Jahreszahl 1933 im Langen Weg ausgedrückt habe. Er habe nie eine Antwort von der Stadt erhalten. Werner Nikolai will Carl Steeg schreiben, weil er eine andere Position dazu hat

 

C. Walesch-Schneller berichtet von den Gottesdiensten im Haus

A. Rajber fragt nach der Möglichkeit, für den Kiddusch  Zuschüsse zu bekommen.

Es wird spontan in der Mitgliederversammlung gesammelt. Ergebnis: ca. 200 Euro.

 

 

Pläne für 2004:         G. Boll und R. Holländer wollen einen Vortrag  über die Mikwe (das jüdische Ritualbad) halten

                                   Samuel Harding und Josef Kornweitz wollen einen Arbeitsworkshop über die britische Mandatspolitik in Israel halten

Bodo Kaiser hat den Film "Judengasse – der Faden ist gerissen" überarbeitet; er will ihn demnächst zeigen. Außerdem sollen im Blauen Haus der Film über die Freiburger Stolpersteine und seine neue Filmtrilogie über den französischen Widerstand gezeigt werden

 

 

Jürgen Lange von Kulessa berichtet, dass er die Anregung von Carl Steeg eines Schüler-austausches aufgegriffen habe.  Die Idee ist, Jugendliche aus jüdischen Familien in New York mit gleichaltrigen aus Breisach zusammenzubringen und gegenseitige Besuche zu organisieren. Die wiederentstandene Brücke zu den früheren Breisachern soll so für die Zukunft gesichert werden. Er hat deshalb schon mit Frau Casetou vom Martin-Schongauer-Gymnasium in Breisach gesprochen. Im Sommer könnte ein Austausch von Schülern zwischen Breisach und den USA stattfinden

 

 

Information über die geplante Geismar-Familienkonferenz vom 27.6.-30.6.2004

 

Es werden dort verschiedene Forschungsarbeiten über die Familiengeschichte

zusammengeführt.

Sonntag: Verschiedene dreisprachige Vorträge

Montag: weitere wissenschaftliche Vorträge

Dienstag: Exkursionstag

Mittwoch. Veranstaltung mit  Breisacher Schülern (Zeitzeugen)

 

Für die Öffnungszeiten am Sonntag wird eine Gruppe von Leuten gesucht, die helfen,

Vorschläge werden am 30.3.erbeten.

 

 

Samuel Harding berichtet kurz über seine Arbeit im Haus und über das kommende Sommerlager der Aktion Friedensdienste, an dem Jugendliche aus Frankreich, Polen und Deutschland  teilnehmen

 

 

 

Zukunft des Blauen Hauses

 

C. Walesch-Schneller berichtet über ihre Gespräche mit Konrad Pflug von der Landeszentrale für politische Bildung über Fragen der Antragstellung auf Bundes- bzw. Landeszuschüsse. Sie berichtet über ihre aktiven Kontakte zu Manuela Wyler und deren Erfahrung aus ihrer professionellen Gedenkstättenarbeit in Frankreich. C. Walesch-Schneller schlägt vor, dass Frau Wyler eine Machbarkeitsstudie für das Blaue Haus erstellt, auf deren Grundlage das Haus in Zukunft professionell geführt werden könne. Frau Wyler verlange 7500.-. Euro für die Studie. Frau Walesch-Schneller ist der Meinung, dass es Möglichkeiten gibt, diese Summe mit zweckgebundenen Spenden zu finanzieren. Nur mit einem auf professioneller Basis erarbeiteten Konzept sei es möglich, an größere Sponsoren, bzw. staatliche Gelder zu kommen.

 

Markus Eschbach möchte erst einmal ein Konzept unter eigener Regie mit Hilfe der Mitglieder erstellen oder mit kompetenten Förderern des Vereins, ohne größere finanzielle Aufwendungen. Er will in der gleichen Weise wie bisher Spenden sammeln.

Er schlägt den Mitgliedern vor, bis zur nächsten Mitgliederversammlung in vier Wochen, am 30.04.2004, darüber nachzudenken.

 

Heidelore Goldammer kritisiert, dass die Breisacher nicht bei der Arbeit im Blauen Haus und in der Versammlung vertreten seien, die Bevölkerung fehle immer noch.

Sie fragt: Was kann man anders machen, damit mehr Breisacher mitmachen?

Mehr Öffnung, mehr Transparenz, mehr offene Tage, Ausstellungen?

 

C. Walesch-Schneller sagt, dass jedes Mitglied mit jedem reden könne, etwa mit jedem Nachbarn und dass dadurch mehr Resonanz entstehe. Die Bevölkerung anerkenne das gelungene Projekt ‚Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus’ und die große Leistung des Vereins. Es gebe allerdings keine positive Veränderung in der Haltung der Stadt dem Projekt gegenüber.

 

Gerd Müller fragt: Wie geht es auf Dauer mit dem Projekt weiter?  Ehrenamtlich ja oder nein, bezahlte Mitarbeiter? Wie lange können wir noch nicht-professionell arbeiten?  Die augenblickliche Arbeitsintensität lasse sich nicht auf Jahre hin durchhalten, ohne professionelle Führung drohe aber ein Dahindämmern des Hauses

 

Barbara Motz entgegnet: Die Frage ist nicht ob, sondern wann kann der Verein sich professionelle, bezahlte Arbeit leisten? Es gibt Schulden und sie möchte eine solide finanzielle Basis. Wie zahlen wir die Schulden ab?

 

Markus Eschbach erwähnt: Durch seine Vermittlung gibt es einen Großsponsor, der 6000 Euro gespendet hat. Dem stehe jetzt ein Honorar von 7500 Euro für Hilfe von außen gegenüber. Er meint, dass das ein Widerspruch sei und vor dem Sponsor nicht zu vertreten ist.

 

Ingeborg Fulde betont: Für die Zukunft des Hauses muss man weiterdenken, das Haus muss bald gefüllt werden. Es geht ihrer Meinung nach nicht mehr ehrenamtlich weiter. Es müssen professionelle Mitarbeiter eingearbeitet werden.

 

Markus Eschbach wünscht sich eine weitere offene Diskussion darüber

 

C. Walesch-Schneller fragt: Wie können die Schulden getilgt werden?

 

Markus Eschbach erwidert: Man muss das Spendenaufkommen mit neuen Spendenaufrufen verbessern. C. Walesch-Schneller möchte von  Markus Eschbach wissen, wie das konkret möglich sei?

Markus Eschbach antwortet, dass das Verhältnis zur Stadt unbedingt verbessert werden sollte, dann würde man von dort eine mittelfristige Unterstützung bekommen. An den Kommunalwahlen könnte man z.B. zu Wahlveranstaltungen gehen und dort sprechen.

 

J. Lange von Kulessa hält entgegen: Die Marketinggruppe, die eigens zur Geldbeschaffung eingerichtet wurde, existiere leider nicht mehr. Im ersten Jahr wurden zahlreiche Unternehmen und die Gemeinderäte kontaktiert, allerdings mit mäßigem Erfolg.

Im zweiten Jahr war es vorbei mit allen Aktivitäten. Es ist nicht geschafft worden, im großen Stil Gelder zu sammeln. Auf diese Weise lasse sich das Problem der Schulden und des weiteren Betriebes nicht lösen.

 

 Andrea Zwernemann: Das Blaue Haus soll nicht das Niveau eines Heimatmuseums haben. Es gibt große Erwartungen von vielen an das Projekt. Sie sagte ferner, dass unser Projekt  ein großes Ansehen im Ausland und in der Region habe, das immer weiter wachse, in Breisach es dagegen zu wenig Unterstützung gebe. Hierin läge eine große Diskrepanz.

 

Die Diskussion soll beim nächsten Treffen fortgeführt werden.

 

Breisach, den 30.03.2004

 

 

 

Ines Meister                                                   Christiane Walesch-Schneller

Schriftführerin                                                Vorsitzende

 

 

 

 


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