Die Idee

"Kann der Holocaust Werte hervorbringen? Meiner Meinung nach ist der seit Jahrzehnten andauernde Prozess, in dessen Verlauf der Holocaust zunächst verdrängt und dann dokumentiert worden ist, gerade bei dieser Frage angelangt, ringt er gerade mit dieser Frage ... Wer nicht fähig ist, seiner Vergangenheit in die Augen zu sehen, ist dazu verurteilt, sie ewig zu wiederholen - wir kennen diesen Ausspruch Santayanas ... Der Holocaust ist ein Wert, weil er über unermessliches Leid zu unermesslichem Wissen geführt hat, und damit birgt er eine unermessliche moralische Reserve."
(Imre Kertesz 1997)

Die Entstehung des Fördervereins
Die Ziele

Nur gegenseitiges Verstehen und Anerkennen sichert das Miteinanderleben in Frieden. Das lehrt die furchtbare Vergangenheit, die für viele Breisacher im Holocaust endete. Verstehen setzt aber Wissen und Begegnung voraus. Beides zu fördern ist das Anliegen, das im ehemaligen Jüdischen Gemeindehaus verwirklicht werden soll.

Die Entstehung des Fördervereins

Am 10. November1998 wurde der mit einem Mahnmal neu gestaltete Synagogenplatz in Breisach eingeweiht und in diesem Zusammenhang eine Um- bzw. Rückbenennung des "Klösterle" in "Synagogenplatz" und der "Rheintorstraße" mit dem Zusatz "ehem. Judengasse" vorgenommen. Dazu wurde auch erstmals eine Einladung durch die Stadt an die Überlebenden ausgesprochen. Auf der Gedenkfeier sprachen Fred Kort und Ralph Eisemann für die anwesenden Gäste, die der Einladung gefolgt waren.

Diese erste von der Stadt geförderte Begegnung ist inzwischen in vielfältiger Weise fruchtbar geworden: Aus dem Kreis der geladenen Überlebenden und Breisacher Bürgerinnen und Bürger entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen, die zum Ziel haben, eine gemeinsame Erforschung und Dokumentation der Verfolgungsschicksale der Breisacher Juden zu beginnen.

Am 10. November 1999 fand zum 61. Jahrestag der Zerstörung der Synagoge eine Gedenkfeier statt. Auf dem Synagogenplatz wurden die Namen aller Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Breisach von 1933 gelesen. Anschließend stellte die Initiativgruppe ihre Arbeit und ihr Konzept im Stadtmuseum Breisach vor und gründete den Förderverein. Zu den ersten Unterzeichnern der Vereinssatzung gehörten Bürgermeister Alfred Vonarb für die Stadt und sein Vorgänger Fritz Schanno.

Die Ziele

Erwerb, Erhaltung und Nutzung des ehemaligen Jüdischen Gemeindehauses gemäß seiner historischen Bedeutung

Förderung der Begegnung mit Überlebenden der jüdischen Gemeinde und deren Nachkommen

Aufbau eines Regionalmuseums zur Geschichte der Juden in Breisach und Umgebung

Lebendige Begegnungsstätte und Dokumentationszentrum zur Förderung von Verständnis und Toleranz zwischen verschiedenen Kulturen und Abbau von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit jeder Art

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