Dr. Deena Harris ist Assistant Clinical Professor of Psychiatry am Columbia College of Physicians and Surgeons und am New York State Psychiatric Institute und außerdem Faculty Analyst am Columbia Center for Psychoanalytic Study and Research. Sie hat eine eigene Praxis in Manhattan.
Sie beschäftigt sich mit Traumaweitergabe, Holocaustforschungen und Traumabehandlung, sowie Post-Traumatischem-Stress-Syndrom (PSTD) und Konfliktlösung. Sie hat an einer TRT-Gruppe teilgenommen, die sich aus Nachkommen von Tätern und Opfern des Holocaust zusammensetzte. Die Gruppe dehnte ihre Arbeit auf Opfer und Täter der Konflikte in Nordirland, Südafrika und Palästina/Israel aus.
Dr. Harris versucht, analytische Regeln auf ihre Arbeit mit den Gruppen anzuwenden, um Paradigmen für Frieden und Wiederaufbau nach Konflikten aufzustellen. Das beinhaltet Erforschen und Wiederherstellen der Erinnerung, Arbeit mit Zeitzeugen und Lebens- und Erlebnisberichten auf der untersten Ebene, sowie Beschäftigung mit Themen von Wahrheitskommissionen, Wiedergutmachung, Politik und Programmen auf der politischen Ebene. Sie hat mit Opfern lokaler Traumata gearbeitet, wie z.B. des 9. Septembers und Hurrikan Katharina, aber auch mit Regierungen auf der Suche, was für die Wiederherstellung nötig ist. Zu ihrer Arbeit mit TRT ist sie Mitglied der International Psychoanalytical Association Committees on the UN, and on Prejudice.
"Ich bin Tochter eines Holocaustüberlebenden aus Düsseldorf in Deutschland. Ich wuchs in einer ziemlich abgeschlossenen Stadt in Neuengland auf und war schon immer daran interessiert, was Menschen und Dinge antrieb. Von Jugend an dachte ich über Überleben, den Holocaust, Vorurteile und Rassismus nach. Im College war ich Research Assistant an der Harvard School for Public Health, wo ich mich stark für die Lage der ausländischen Medizinstudenten in der USA zu interessieren begann. Nach der medizinischen Ausbildung fand ich schließlich zur Psychiatrie und dann zur Psychoanalyse. Ich habe eine eigene Praxis und bin Mitglied einer NGO-Kommission der Internationalen Psychoanalytischen Gesellschaft bei den Vereinten Nationen. Unser Ziel ist es, psychoanalytisches Denken in die UN zu tragen und die Psychoanalytiker ins weltweite Bewusstsein zu bringen. Die Erfahrung dieses Sommers in Breisach ist für mich bedeutungsvoll, da sie mich näher an einem Heilungsprozess einer Gemeinde teilnehmen lässt, die offensichtlich vom Holocaust betroffen ist.
Die Idee, Tanzschüler an diese Gedanken heranzuführen, ist sehr wichtig und ich fühle mich geehrt, Teil dieses historischen Ergeignisses zu sein. Ich bin mit einem Notfallarzt verheiratet und habe zwei Töchter. Interessanterweise, beide sprechen hebräisch und sind gerade dabei, arabisch zu lernen!"
[Übersetzung: Gerd Müller]