Badische Zeitung vom Dienstag, 25. März 2008

Freiburg: 'Dancing To Connect' macht Schule




Erfolgreiche Zusammenarbeit: Das Freiburger Projekt "Dancing To Connect" geht in die zweite Runde - und mehr als das: Auch in Stuttgart und in Berlin werden in diesem Sommer Workshops mit amerikanischen Tänzern stattfinden.

Die an Freiburger Schulen in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Choreographen Jonathan Hollander und der Pädagogischen Hochschule Freiburg entwickelte Idee, Schülern über die tänzerische Bewegung Fremdsprachen anders als üblich näher zu bringen, macht Schule. Auch in Stuttgart und in Berlin werden in diesem Sommer Workshops mit amerikanischen Tänzern stattfinden.

Wie in Freiburg, wo Intendantin Barbara Mundel das Große Haus des Theaters für "Dancing To Connect" öffnete, sollen sie in Aufführungen münden – in Berlin immerhin im Haus der Berliner Festspiele (Theater der Freien Volksbühne), in Stuttgart im Wilhelma-Theater: als große Eröffnungsveranstaltung der erstmals veranstalteten "American Days".

Das ist – auch wenn das Deutsch-Amerikanische Zentrum Stuttgart auf seiner sogar mit Freiburger Fotos bestückten Homepage kein Wort über den Ursprung des "erfolgreichen transatlantischen Projekts" verliert –, eine schöne Bestätigung für das Team, das "Dancing To Connect" im vergangenen Jahr in Freiburg zu einem überwältigenden Erfolg verholfen hat.

Projektleiter Alfred Rogoll, Schulkoordinator Wolfgang Borchardt, und die Carl-Schurz-Haus-Leiterin Eva Manske setzten mit Unterstützung zahlreicher Institutionen und Sponsoren das von Simon Rattles Berliner "Rhythm is it"-Projekt und vor allem den Breisacher "Tänzen für das Blaue Haus" angestoßene Projekt professionell um. Besonders stützen konnten und können sie sich auf die Pädagogische Hochschule, die unter Leitung von Marita Schocker-von Ditfurth diese andere, neue Form des Englisch-Unterrichts wissenschaftlich begleitet. Die Pädagogik-Professorin wird demnächst in New York auf einem großen Kongress über die Freiburger Erfahrungen berichten.

Auch Barbara Mundel hat ihre Unterstützung wieder zugesagt: Am 15. Juli, zum Abschluss der Theatersaison, präsentieren die Schüler auf der großen Bühne wieder die Resultate ihrer Workshops. Wieder dabei sind auch das Kulturamt der Stadt Freiburg unter der Leitung von Achim Könneke, wohl auch das Regionale Bildungsbüro und die Landesstiftung Baden-Württemberg in Form von "jes" ("Jugend engagiert sich"). Diesem breiten Bündnis für eine pädagogisch-kulturell richtungsweisende Idee könnte sich noch der eine oder andere private Geldgeber anschließen.

Ein Kerngedanke von "Dancing To Connect" besteht darin, alle Schultypen zu beteiligen. Neben der Pestalozzi-Realschule, die sich 2007 durch exemplarisches Engagement hervorgetan hat, und dem Kepler-Gymnasium werden in diesem Jahr die Weiherhof-Realschule und die als sozialer Brennpunkt geltende Hebel-Schule zum Zuge kommen. Zwei weitere Schulen werden unter den zahlreichen Bewerbern noch ausgewählt.

Die Organisatoren würden sich freuen, wenn sich neben den Tänzern der New Yorker Battery-Dance-Company auch Mitglieder des Freiburger Tanztheaters pvc in das Projekt einbinden ließen. Die internationale Tanzsprache ist seit langem schon Englisch, da die Mitglieder der Companys in der Regel von überall her aus der Welt kommen. Für die Schüler bietet "Dancing To Connect" eine doppelte Chance: sich über die Bewegung und zugleich aktiv in einer Fremdsprache auszudrücken zu lernen.

Von BZ-Redakteurin Bettina Schulte

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