Badische Zeitung vom Donnerstag, 30. August 2007

Der Hinweis ist an Zynismus kaum zu überbieten





Der wertvolle Hinweis von Herrn Matt, die jüdischen Friedhöfe besser in Schuss zu halten und die Grabsteine durch Rüttelproben zu überprüfen, ist an Zynismus kaum zu überbieten. Woran liegt es denn, dass keine jüdische Gemeinde in Ihringen existiert, die sich darum kümmert? Erst haben wir die Juden verfolgt, vertrieben und ermordet. Und dann beklagen wir, dass sie sich nicht um ihre Friedhöfe kümmern! Der Gedanke, die Grabschändung hätte nicht stattgefunden, wenn die Steine fester auf den Sockeln gestanden hätten, ist ebenfalls zynisch. Die Täter sind über eine Mauer in einen verschlossenen Friedhof eingedrungen und haben gewaltsam 79 Grabsteine umgeworfen. Da ist kein Stein wegen mangelnder Stabilität umgefallen! Das war ein brutaler antisemitischer Gewaltakt. Der finanzielle Schaden ist das kleinste Problem.

Annette Willesch, March