![]() (Foto: Kai Kricheldorff) |
BREISACH. Auf dem neuen jüdischen Friedhof am Isenberg trafen sich Gäste der jüdischen Begegnungswoche und Breisacher Bürger zu einer Gedenkfeier und einer Führung. Dabei wurden Grabsteine besichtigt, auf denen die Namen jüdischer Bürger rekonstruiert worden waren. Am Abend kamen fast 100 Personen zu einem gemeinsamen Essen am Radbrunnen zusammen.
Der 1875 eingeweihte Friedhof der jüdischen Gemeinde war während der Zeit des Nationalsozialismus weitgehend zerstört worden. Schon ein Jahr nach Kriegsende wurden die Grabsteine wieder notdürftig zusammengefügt und aufgestellt. Aber viele Namen der Bestatteten schienen verloren. Vor sechs Jahren unternahm der Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus mit Hilfe des Stadtarchivs und weiterer Unterstützer den Versuch, ein Sterberegister der auf dem Friedhof Bestatteten zu erstellen und die Beschriftung fehlender Grabsteine zu vervollständigen. Der 1919 in Breisach geborene Hans David Blum, der im letzten Jahr verstorben ist, kam mehrfach aus den USA in seine Geburtsstadt zurück, um Nachforschungen über die auf dem Friedhof beerdigten Personen anzustellen.
Auf der Grundlage seiner Forschungsergebnisse konnten viele Namen von Verstorbenen wieder aufgefunden werden. Im Stadtarchiv fand man zudem die Inschrift einer erst nach 1985 zerstörten Grabplatte. Schließlich konnte eine Liste mit 420 Namen von Bestatteten auf dem Gräberplan des Friedhofs erstellt werden. 65 Namen wurden nicht gefunden. Das Verstorbenenregister und der Plan des neuen jüdischen Friedhofs liegen jetzt als Beilage der ersten Ausgabe der "Blauen Hefte" des Fördervereins vor. Während der Gedenkfeier verlasen die Schülerinnen Hannah Krämer, Parwaneh Mirassau und Franziska Stork vom Martin-Schongauer-Gymnasium die über 100 Namen jüdischer Mitbürger, die vor 70 Jahren aus Breisach ins Deportationslager Gurs nach Südfrankreich transportiert worden waren. Anschließend nahmen die jüdischen Gäste der Begegnungswoche die Gelegenheit wahr, ihrer Breisacher Vorfahren an deren Gräbern zu gedenken, unter anderem mit dem traditionellen Heiligungsgebet Kaddisch. An der Feier nahmen auch zahlreiche Breisacher Bürgerinnen und Bürger teil. Am Abend trafen sich die mehr als 40 Gäste mit vielen Breisachern zum gemeinsamen Abendessen vor dem Radbrunnen. Dazu hatte der Förderverein mit Unterstützung des Restaurants "Kapuzinergarten" eine lange Tafel in der Radbrunnenallee aufgebaut, an der annähernd 100 Personen Platz nahmen. |
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