Badische Zeitung vom Mittwoch, 30. März 2008

Eine Suche nach den eigenen Wurzeln
Nachfahren von Aron Moshe Zivi treffen sich in Breisach



 

BREISACH/MÜLLHEIM (bm). Über 40 Nachkommen des 1762 in Müllheim verstorbenen Juden Paul Zivi aus Frankreich, der Schweiz, den USA und aus Mexiko kamen im Mai 2005 im Markgräflerland zu einem ersten Familientreffen zusammen. Viele Beteiligte kannten sich gar nicht, mussten sich erst auf die Suche nach den gemeinsamen Wurzeln begeben. Auf der Flucht vor den Nazis waren die Angehörigen dieser weit verzweigten Familie in alle Welt zerstreut worden. Nun findet vom 30. April bis 2. Mai ein zweites Treffen der Nachfahren des Aron Moshe Zivi, des Vaters von Paul Zivi, in Breisach statt.

Es beginnt am heutigen Mittwoch, um 15 Uhr im Blauen Haus an der Rheintorstraße, wo die Vorsitzende des Fördervereins ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach, Christiane Walesch-Schneller, die Gäste begrüßt.

Professor Freddy Raphael von der Universität Straßburg spricht über zwei der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten des Elsass: über den damals auch bei Philosophen, Politikern und Religionswissenschaftlern angesehenen Gelehrten Jossel (Joseph) von Rosheim (1478 bis 1554), "Regierer" der Judenschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation genannt, sowie über einen der bedeutendsten französischen Historiker des 20. Jahrhunderts, den Humanisten und Freiheitskämpfer Marc Bloch (1886 bis 1944).

Am Donnerstag geht es ins Elsass. Die Nachkommen von Aron Moshe Zivi bewegen sich auf den Spuren ihrer Vorfahren in Biesheim (Paul Zivi) und Durmenach (Joseph Zivi). Günter Boll, der sich seit vielen Jahren in genealogischen Forschungen mit der Familiengeschichte der Juden am Oberrhein befasst, wird die Gruppe führen. Bei einem Kurzbesuch angesteuert wird auch die Stadt Müllheim, die Wiege der Zivis.

Bevor es am Freitagnachmittag Abschied nehmen heißt, besuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Familientreffens den Synagogenplatz und den alten jüdischen Friedhof in Breisach. Günter Boll und Christiane Walesch-Schneller führen durch das "jüdische Breisach" . Teilnehmer des Treffens werden im Rahmen ihres Besuches familiengeschichtliche Dokumente dem Archiv des Blauen Hauses zur Verfügung stellen. Zum Abschluss geben Ariana Burstein, Violoncello, und Roberto Legnani, Gitarre, im Blauen Haus ein Konzert. Mehrere Angehörige der Familie Zivi wurden Opfer des NS-Terrorregimes. Drei von ihnen lebten noch bis 1939 in Müllheim.

 

Und ein zweiter Artikel:

 

Badische Zeitung vom Mittwoch, 30. April 2008

Zivi-Familie wieder im Land
Treffen diesmal in Breisach

 

MÜLLHEIM/BREISACH (bm). Über 40 Nachkommen des 1762 in Müllheim verstorbenen Juden Paul Zivi aus Frankreich, der Schweiz, den USA und aus Mexiko kamen im Mai 2005 im Markgräflerland zu einem ersten Familientreffen zusammen. Viele Beteiligte kannten sich gar nicht, mussten sich erst auf die Suche nach den gemeinsamen Wurzeln begeben. Auf der Flucht vor den Nazis waren die Angehörigen dieser weit verzweigten Familie in alle Welt zerstreut worden. Nun findet vom 30. April bis 2. Mai ein zweites Treffen der Nachfahren des Aron Moshe Zivi, des Vaters von Paul Zivi, in Breisach statt. Auch Müllheim wird wieder besucht.

Das Treffen beginnt am Mittwoch um 15 Uhr im "Blauen Haus" in Breisach, wo die Vorsitzende des Fördervereins ehemaliges jüdisches Gemeindehaus, Christiane Walesch-Schneller, die Gäste begrüßt. Professor Freddy Raphael von der Universität Straßburg spricht über zwei bedeutende jüdische Persönlichkeiten des Elsass: über den angesehenen Gelehrten Jossel (Joseph) von Rosheim (1478— 1554) und einen der bedeutendsten französischen Historiker des 20. Jahrhunderts, den Humanisten und Freiheitskämpfer Marc Bloch (1886— 1944).

Am Donnerstag geht es auf Reise. Im Elsass bewegen sich die Nachkommen von Aron Moshe Zivi auf den Spuren ihrer Vorfahren in Biesheim und Durmenach. Günter Boll, der sich seit vielen Jahren in genealogischen Forschungen mit der Familiengeschichte der Juden am Oberrhein befasst, wird die Gruppe führen.

Bei einem Kurzbesuch angesteuert wird an diesem Tag auch die Stadt Müllheim, die Wiege der Zivis. Unter den sechs jüdischen Familienvätern, die 1725 als Einwohner des Marktfleckens Müllheim bezeugt sind, ist Paul Zivi als Vertreter jener Familie genannt, deren Anfänge im Dunkeln liegen. Mehrere Angehörige der Familie wurden Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes.

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