Von unserer Mitarbeiterin Friedel Scheer
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BREISACH. Vor einem Jahr bei den "Tänzen für das Blaue Haus" noch zum Zuschauen verurteilt, kamen nun auch sie in diesen Tagen in den vollen Genuss: Eine Gruppe von 20 Schülerinnen und 2 Schülern von den Breisacher Schulen Martin-Schongauer-Gymnasium und Hugo-Höfler-Realschule, die sich zum Tanzworkshop mit 2 Tänzern der Battery Dance Company aus New York angemeldet hatte. 6 Tage lang hatten die Jugendlichen in der Sporthalle des Gymnasiums intensiv gearbeitet und dort nun zum krönenden Abschluss die Ergebnisse präsentiert.
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Einen bemerkenswerten Zuschauerandrang mit einem erstaunlich großen Anteil an Kindern und Jugendlichen war zu diesem Anlass in der Sporthalle zu verzeichnen. Zwanglos ließ man sich auf Matten und Gymnastikbänken nieder. Steife Atmosphäre hatte keine Chance aufzukommen, nachdem man vorher schon zur Schonung des Hallenbodens zum Ausziehen der Schuhe vor der Halle aufgefordert worden war und diesem Gebot ohne Murren nachgekommen war. Selbst Bürgermeister Oliver Rein blieb davon nicht verschont, was er in seiner Begrüßung in einen humorvollen Kommentar ummünzte.
Nachdem die Schülerband "Green Downstairs" um Sängerin Laura Kleber das Publikum mit Musik eingestimmt hatte, wurde die Bühne freigegeben für die "Young Dance Makers Creation" . Drei Stücke hatten die jungen Tänzerinnen und Tänzer vorbereitet, in die ihre kreative Verwandlung von Gefühlen in Bewegung eingeflossen war. Vor allem im ersten Stück zeigten fünf miteinander korrespondierende Kleingruppen mit klaren Gesten und wohl aufeinander abgestimmt, wie Trauer, Freude oder Glücksgefühl visualisiert werden können. Von schützend vors Gesicht gehaltenen Händen über weit ausholende, raumgreifende Drehbewegungen zu erschreckt nach oben gerissenen Armen — alles fügte sich in ein Ganzes und wurde eindrucksvoll untermalt von der Musik.
Auch spielerische, weniger ernsthafte Momente waren zu beobachten, etwa in dem Stück, in das eine dicke Gymnastik-Matte mit eingebaut wurde und für einen Moment die nach oben gestreckten Beine vorwitzig die Hauptrolle übernahmen. Das Publikum war jedenfalls von der Vorstellung beeindruckt und klatschte stürmisch Beifall.
Doch auch die anschließende Darbietung der beiden Tanzlehrer des Workshops und Tänzer der Battery Dance Company, Lydia Tetzlaff und Sean Scantlebury, geriet zum besonderen Erlebnis. Ohne Licht und Bühnenbild, dennoch die faszinierte Aufmerksamkeit auf sich ziehend, tanzten sie anmutig und hingebungsvoll zu "People get ready" von Curtis Mayfield. Von einem Solo der Tänzerin über ein Duett mit Sean Scantlebury zu einem Solo des Tänzers führten die Stationen des Tanzes und bezauberten durch Lydia Tetzlaffs zarte Leichtigkeit und die kraftvolle und anmutige Körperbeherrschung Sean Scantleburys. Die Schlichtheit ihrer grauen Kostüme ließ das Augenmerk voll und ganz auf der Bewegung ruhen und somit das Wesentliche hervortreten.
Bei einem anschließend stattfindenden Umtrunk konnte dann endlich alle Spannung von den jungen Akteurinnen und Akteuren abfallen. Begeistert berichteten sie auf Nachfrage von dem besonderen Erlebnis, das sie in den letzten Tag in Bann gehalten hatte.
"Ich konnte mich vorher nicht so bewegen" , resümierte Sina Perl und auch Miriam Schmidt, die wie viele vorher keine Tanzerfahrung hatte, war begeistert über die emotionalen Erfahrungen, die der Ausdruckstanz bietet.
Jeder habe sich 3 Gefühle ausdenken müssen, die es dann galt in Gesten auszudrücken. Dabei musste schon einiges an Emotionen von sich preisgegeben werden, was die Teilnehmer letztlich aber wohl durchweg als Bereicherung empfunden haben.
Begeistert waren auch Lydia Tetzlaff und Sean Scantlebury von ihren "students" . Vor allem die Ernsthaftigkeit und die disziplinierte Aufmerksamkeit beeindruckte sie und bescherte auch ihnen eine angenehme Arbeitsatmosphäre.
So hatten alle Grund, sich zu freuen — Schulleiter Winfried Wagner, Christiane Walesch-Schneller vom Blauen Haus, die in den ganzen Tagen mit Engagement dabei gewesenen Eltern und nicht zuletzt das Publikum, das miterleben durfte, was in 6 Tagen auf die Beine gestellt werden kann, wenn die Begeisterung dafür vorhanden ist.
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