Badische Zeitung vom Montagtag, 27. August 2007

"Angriff auf Grundlagen des Zusammenlebens"
Grabschändung in Ihringen



"Die Schule als Teil der Gesellschaft verurteilt mit aller Deutlichkeit diese demütigende, verletzende und sinnlose Tat. Wir empfinden sie als Angriff auf die Grundlagen unseres menschlichen Zusammenlebens, sind erschüttert und entsetzt über die Gewaltanwendung und Nichtachtung der Totenruhe und sprechen uns gegen jegliche Art von Antisemitismus aus.

Unter dem Stichwort "Erinnern — nicht vergessen" findet an der Neunlindenschule die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Geschichte der Juden in Ihringen in den letzten Jahren kontinuierlich statt, sei es durch die Lektüre des Büchleins "Die Fahne am Pfarrhaus" von Hans Jörg Sick oder durch Begegnungen mit Zeitzeugen wie im Februar 2005 in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule Freiburg.

Zudem beteiligen sich die Schüler unserer Hauptschule immer wieder mit kleinen Beiträgen an der jährlichen Gedenkfeier aus Anlass der Reichspogromnacht im November. Die jüngsten Geschehnisse haben uns mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik für Schule und Erziehung ist.

Kinder und Jugendliche zu informieren, zu konfrontieren, ihnen Erfahrungen und Begegnungen zu ermöglichen und sie zur Achtung des anders Denkenden und anderer Kulturen hinzuführen, muss ein Ziel unserer Arbeit an der Schule sein.

Matthias Auer, Konrektor der Ihringer Neunlindenschule