Um der Politikerin einen Überblick über das jüdische Leben in der Münsterstadt zu verschaffen, stellte die Vorsitzende des „Fördervereins ehemaliges jüdisches Gemeindehaus“, Christiane Walesch-Schneller, das Blaue Haus vor und erläuterte die Standorte der einstigen Synagoge und der jüdischen Friedhöfe in Breisach.
Vogt war besonders von der Vorstellung des so genannten Jahresmoduls der Hugo-Höfler-Realschule beeindruckt. Hierbei stellten der 14-jährige Silas Jakob aus Ihringen und der ein Jahr jüngere Marko Durm aus Oberrotweil ihre Spurensuche nach dem Breisacher Juden Berthold Levy, der im Zweiten Weltkrieg zusammen mit seiner Familie deportiert worden war, vor. Die beiden Jugendlichen betonten, dass es sehr schwierig gewesen sei, den Lebensweg zu rekonstruieren und zeigten einige offene Fragen auf. Denise Heger [In Wirklichkeit: Denise Göpfert. Namensverwechslung der BZ] berichtete darüber hinaus von Gesprächen, die sie mit einigen Zeitzeugen geführt hatte. „Was mich sehr beeindruckte, ist der Einsatz des bekannten Max Mannheimer, der zur Aufklärung beitragen will und trotz seines Schicksals ein so warmherziger Mensch ist“, betonte die 15-Jährige. Ute Vogt war von den Ergebnissen begeistert: „Toll, einfach echt toll.“
Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Reiner Zimmermann, machte deutlich, wie wichtig Begegnungen mit Zeitzeugen an „Orten des Lernens“ seien. Werner Nickolai, Professor an der katholischen Fachhochschule in Freiburg und Vorsitzender des Vereins „Für die Zukunft lernen“, gab zudem einen Einblick in seine Lehrveranstaltungen. Wichtig sei vor allem die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit vor Ort, wie beispielsweise bei Arbeitseinsätzen von Jugendlichen auf dem jüdischen Friedhof in Mackenheim.
Edeltraut Cupal [In Wirklichkeit: Rosita Dienst-Demuth. Namensverwechslung der BZ] von der Lessingschule in Freiburg überreichte Vogt einen Ausstellungskatalog, der in den vergangenen Jahren an der Schule entstanden ist. Eher zufällig war die Lehrerin darauf aufmerksam geworden, dass es während des Krieges zwei Klassenzimmer für jüdische Kinder in der Lessingschule gegeben hatte. „Nach einer oft schwierigen Recherche kennen wir jetzt mehr als 60 Namen von ehemaligen jüdischen Schülern und konnten einiges über deren Leben in Erfahrung bringen“, berichtete Cupal.
Zum Abschluss sorgte Denise Göpfert [In Wirklichkeit: Katharina Heger. Namensverwechslung der BZ] mit typischen jüdischen „Latkis“ für einen besonderen Gaumenschmaus. Die 16-jährige Schülerin hatte sich im Rahmen des Moduls gemeinsam mit 3 Mitschülern mit der Vielfalt jüdischer Speisen beschäftigt. Ute Vogt genoss die Reibekuchen und diskutierte mit den Referenten über die einzelnen Projekte.
BREISACH (ca). Auf ihrer Tour durch die Freiburger Region besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Ute Vogt, am Montagabend auch das Blaue Haus in Breisach. Hier informierte sich die Politikerin über die ehrenamtliche Arbeit rund um das ehemalige jüdische Gemeindehaus.
„Erinnern für die Zukunft ist nicht nur hier in Breisach von Bedeutung“, sagte der Landtagsabgeordnete der SPD, Christoph Bayer, der angeregt hatte, „dieses besondere soziale Engagement“ als „Leckerbissen“ in das Besuchsprogramm einzubauen.

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