Badische Zeitung vom Dienstag, 26. Oktober 2004

Gedenken an die Naziopfer
Am neuen Mahnmal: Erinnerung an den 64. Jahrestag der Deportation der Breisacher Juden



Von unserer Mitarbeiterin Petra Littner
Gedenkfeier am 22.10.2004 BREISACH. Auf dem Platz des Denkmals für die Opfer des Krieges in der Münsterbergstraße in Breisach wurde am vergangenen Freitag der Deportation der Juden nach Gurs vor 64 Jahren gedacht.

 

Auf diesem Platz wurde kürzlich ein neuer Gedenkstein aufgestellt, der in Zusammenarbeit von Schülerinnen des St. Ursula-Gymnasiums in Freiburg, ihrer Lehrerin Angelika Büchelin, dem Blauen Haus in Breisach und dem Künstler Helmut Lutz geschaffen wurde (die BZ berichtete). Verschiedene Symbole, wie ein Koffer, ein Teddybär und Stacheldraht auf dem Sandstein erinnern an die Leiden, die den Opfern des Dritten Reichs zugefügt wurden. In Kürze soll eine Tafel angebracht werden, auf der die Bedeutung des Steins erläutert wird.

Eine Besonderheit des Projekts ist, dass die fast zwei Meter hohe Skulptur geteilt wurde. Während die eine Hälfte in Breisach bleibt, wurde die zweite Hälfte am Sonntag als eines von 137 deutschlandweiten Mahnmalprojekten unter der Schirmherrschaft von Kultusministerin Annette Schavan in Neckarzimmern bei einem zentralen Mahnmal aufgestellt.

Die Teilung des Steins soll den Riss zwischen Juden und Christen sowie die gewaltsame räumliche Trennung symbolisieren. Stadtarchivar Uwe Fahrer dankte den Initiatoren für die Landesgrenzen überschreitende Aktion. Pfarrer Peter Hanselmann las in Gedenken an die 6 Millionen Opfer des Naziterrors aus der Gebetssammlung des Jüdischen Volkes, und die kleine Runde, zu der Christiane Walesch-Schneller auch Marlene und Heinz Feldmann aus San Francisco, Nachfahren der Breisacher Familie Kleefeld, begrüßen konnte, legte einige Gedenkminuten ein, bevor man sich zum Gespräch und Gedankenaustausch ins Blaue Haus begab.

 

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