Badische Zeitung vom Dienstag, 25. Januar 2005

Neuer Kredit genehmigt
Förderverein plant Unterricht



BREISACH (fsn). Vielfältig waren die Anlässe, die der Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach im Blauen Haus zu einem ersten Veranstaltungstag in diesem Jahr bündelte. Zunächst wurde eine Mitgliederversammlung einberufen, um über die Aufnahme eines Kredites ein Votum zu erlangen.

Wie der Schatzmeister des Vereins, Jürgen Lange von Kulessa, darlegte, war es nötig geworden, zinslos gewährte Kredite von Mitgliedern des Vereins in Höhe von 35 000 Euro abzulösen. Zusätzlich sollen Sanierungsvorhaben, die als Auflage in der Baugenehmigung festgeschrieben sind, in Höhe von 10 000 Euro umgesetzt werden. Für den Gesamtkredit von 45 000 Euro verlangt die Volksbank Breisgau-Süd die Zustimmung der Mitglieder, die in der Versammlung fast einstimmig gewährt wurde.

Weiterhin berichtete Lange von Kulessa von einem Spendenaufkommen von 7500 Euro im letzten Jahr, das hauptsächlich im Zusammenhang mit der im Sommer veranstalteten Geismar-Tagung erfolgte. Diese Spenden seien nötig, um zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen die laufenden Kosten zu decken. Zur Tilgung der immer noch bestehenden Schulden des Vereins in Höhe von etwa 100 000 Euro werden zusätzliche Spenden benötigt.

Die Vorsitzende des Fördervereins, Christiane Walesch-Schneller, berichtete von Plänen, die für das neue Jahr bestehen. So wird daran gedacht, eventuell in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, einen Deutschunterricht für jüdische Neubürger aus der ehemaligen Sowjetunion einzurichten, bei dem die Arbeit einer professionellen Lehrerin durch das zusätzliche Engagement von Muttersprachlern unterstützt werden soll. Außerdem ist auch in diesem Jahr wieder ein internationales Sommerlager der Aktion Sühnezeichen geplant.

Des Weiteren berichtete Walesch-Schneller unter anderem von der von Bürgermeister Alfred Vonarb in Aussicht gestellten Einladung an verschiedene Initiativen, um den weiteren Umgang mit dem Pflasterkreis in der Nähe des Rheintors zu diskutieren.

Sharyn Jackson, die seit Sommer vergangenen Jahres im Blauen Haus im Auftrag der Aktion Sühnezeichen Friedensdienst freiwillig arbeitet, informierte die Mitglieder kurz über ihre Tätigkeit, die zu einem guten Teil aus der Betreuung von Schulklassen besteht, die das Blaue Haus besuchen. Gerd Müller, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, machte die Anwesenden mit Plänen zur Gründung einer Stiftung im Zusammenhang mit dem Blauen Haus vertraut.

In einem zweiten Teil der Veranstaltung wurde der neue Film von Bodo Kaiser mit dem Thema "Ralph Eisemann und das ehemalige jüdische Gemeindehaus Breisach" gezeigt. Der Film, der mit einem Zuschuss der Landeszentrale für politische Bildung realisiert worden ist, dokumentiert die diversen Hausführungen von Ralph Eisemann, dem Sohn des letzten Breisacher Kantors und Bewohner des Hauses, und hält ganz nebenbei die verschiedenen Stadien der Renovierung des Hauses fest. Im Anschluss daran wurde noch zu einem Neujahrsempfang geladen. Musikalisch umrahmt wurde dieses Ereignis von Felicitas Böhler-Lang, die mit ihrer Querflöte eine Variationsfolge von Marin Marais sowie einen Satz aus "Phantasie" von Georg Philipp Telemann spielte.

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