Badische Zeitung vom Mittwoch, 24. Juni 2015

Fenster zur Vergangenheit
Porträts von Breisacher Juden wurden ans Blaue Haus projiziert.

BREISACH (kff). Am Montagabend wurde im Blauen Haus ein Fenster zur Vergangenheit geöffnet. Mit 47 historischen Porträts von Breisacher Juden, die Daniela Schaffart und Ari Nahor auf 2 Fenster des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses projizierten, wurde an Menschen erinnert, die einst in Breisach zu Hause waren.

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten waren sie gewaltsam ihrer Heimat beraubt worden. Sehr viele von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordet oder starben an den Folgen der Deportation.

Die Gäste, die zur Woche der Begegnung des Fördervereins Blaues Haus in Breisach weilten, nahmen an der Veranstaltung teil. Darunter befanden sich viele Nachkommen derjenigen Breisacher Juden, deren Porträts jetzt gezeigt wurden. Viele von ihnen fanden berührende Worte der Erinnerung an ihre Vorfahren und sprachen über ihre eigene Verbindung zu Breisach und den gewaltsam gekappten Wurzeln ihrer familiären Herkunft.

Die Zusammenstellung der Porträts ist das Resultat der akribischen Forschung, die seit Jahren im Blauen Haus über das Schicksal der Breisacher jüdischen Familien betrieben wird.

Sie fand an diesem regnerischen Sommerabend ebenso eine Würdigung wie die vielfältige Erinnerungs- und Gedenkarbeit des Fördervereins ehemaliges jüdisches Gemeindehaus mit ihrer Vorsitzenden Christiane Walesch-Schneller.

An der Veranstaltung nahmen auch viele Bürgerinnen und Bürger aus Breisach teil.

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