Badische Zeitung vom Donnerstag, 22. Oktober 2009

"Música Española" mit Cello und Gitarre




BREISACH (kff). Cello und Gitarre sind Instrumente, die in der spanischen und lateinamerikanischen Musik große Bedeutung haben. Schon zum zweiten Mal gastierten die Cellistin Ariana Burstein und ihr Partner, der Gitarrist Roberto Legnani, jetzt im Breisacher Blauen Haus vor einem kleinen, aber begeisterten Publikum.

"Música Española" ist das aktuelle Programm des seit 13 Jahren bestehenden Duos überschrieben, mit dem es auf seiner Deutschland-Tournee in Breisach Station machte. Die aus Buenos Aires gebürtige Ariana Burstein und der aus Italien stammende und in Freiburg zum Konzertgitarristen ausgebildete Roberto Legnani spielten Werke von Komponisten aus Spanien und Südamerika. Sämtliche Stücke haben sie für die Aufführung in der ungewöhnlichen, aber auch ungemein reizvollen instrumentalen Kombination von Cello und Gitarre arrangiert.


(Foto: Kai Kricheldorff)

In den tiefen Tonlagen verkörpert das Cello Strenge und Ernst, zuweilen auch eine gewisse Sperrigkeit, aber Ariana Burstein versteht es meisterlich, ihrem Instrument Temperament zu entlocken und es manchmal geradezu schalkhaft erklingen zu lassen. Die Gitarre ihres Partners harmoniert prächtig dazu. Vor allem in den eher verspielten und rhythmisch schnell wechselnden Melodien der lateinamerikanischen Musik gewinnt die lebensfrohe Leichtigkeit die Oberhand. Im Kontrast dazu stand die oft ordnungs-strenge Systematik in den Kompositionen des frühen spanischen Komponisten Gaspar Sanz (1640 bis 1710).

Mit dem als Schlagermelodie seit Jahrzehnten prominenten "La Paloma" und dem Stück "El arreglito" des Spaniers Sebastián Yradier (1809 bis 1865) bot das Musikerpaar auch zwei populäre Stücke. Letzteres erlangte als Arie der Carmen in der gleichnamigen Oper von Georges Bizet Berühmtheit. Irrtümlicherweise hatte dieser Yradiers Stück für ein anonymes spanisches Volkslied gehalten und verwendete es in seiner Oper.

Mit "El cantar de los cantares" (Das Lied der Lieder) bot das Duo eine Begegnung mit der Musik der sephardischen Juden, die bis zum Ende des 15. Jahrhunderts auf der iberischen Halbinsel ansässig waren und ihre Spuren in der Kultur dieser Region bis heute hinterlassen haben.

Mit ihren von häufigen Tempi-Wechseln gekennzeichneten Nigunim (Melodien) klangen diese ausdrucksstarken Huldigungen an den jüdischen König Salomo stellenweise sehr modern und erwiesen sich als zeitlose musikalische Juwele.

Vier lebhafte Eigenkompositionen als Hommage an den brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos (1887 bis 1959) und die "Aires gitanos" (Zigeunerweise) Opus 20 des Spaniers Pablo Sarasate (1844 bis 1908) rundeten das Programm von Ariana Burstein und Roberto Legnani ab. Drei Zugaben, darunter die Hauptmelodie aus dem Adagio des berühmten "Concierto de Aranjuez" des Spaniers Joaquin Rodrigo (1901 bis 1999), beschlossen den musikalischen Abend im Blauen Haus.

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