BZ: Wie kam es dazu, dass der Tanzworkshop für Schüler nun auch in Breisach stattfindet?
Walesch-Schneller: Der Workshop könnte nicht stattfinden, wenn sich nicht eine Initiative aus Freiburg gebildet hätte, die erneut die "Battery Dance Company" und die Tanzgruppe "Drastic Action" an Freiburger Schulen geholt hat. Dazu gab es einen Vorschlag des künstlerischen Leiters, Jonathan Hollander, in diesem Jahr im Anschluss an das Freiburger Projekt in Breisacher Schulen einen Workshop anzubieten — was natürlich finanziell günstiger ist, weil so die Tänzer schon hier sind.
BZ: Finanziell günstiger, aber nicht umsonst? Wer finanziert die restlichen Kosten?
Walesch-Schneller: Für jeden Schüler wird vom Elternhaus ein Beitrag von 60 Euro gegeben. Wir fanden dies eine gute Grundlage, um auch bei der Stadt Breisach, Gastronomen, Unternehmen, Banken und Privatleuten um Unterstützung für dieses kleine Projekt zu bitten.
BZ: Warum war es Ihnen als Eltern so wichtig, dass dieses Projekt zu Stande kommt?
Michalk: In Zeiten der Globalisierung auf wirtschaftlichem und im politischen Bereich wird man auf der anderen Seite doch immer intoleranter im privaten Bereich. Durch solche Projekte können Verbindungen und Gemeinsamkeit geschaffen werden.
BZ: Gemeinsamkeit und Verständigung stehen für Sie also im Vordergrund?
Michalk: Gemeinsam etwas machen, zusammen etwas auf die Beine zu stellen. Die Jugendlichen sind im Alltag fast den ganzen Tag eingebunden, da bleibt nur wenig Raum für ein solches Gemeinschaftserlebnis. Und was gibt es Besseres als künstlerische Tätigkeiten — Musik, Bewegung, Schauspiel.
Walesch-Schneller: Der Tanz und das nonverbale Ausdrücken von Gefühlen regt ganz andere Zentren im Gehirn an als das, was üblicherweise in der Schule unterrichtet wird, und das ist die große Chance für Schüler. Ich fand es so eindrucksvoll, was die Schüler im letzten Jahr gesagt haben, dass sie durch den Tanz ,gewachsen sind.
BZ: Ist es geplant, dass der Workshop mit der Thematik des Blauen Hauses zusammengebracht wird?
Walesch-Schneller: Ja, schon. Wir lassen es aber ganz offen, wie die Tänzer Sean und Lydia mit dem Thema umgehen. Das Blaue Haus versteht sich ja eigentlich nur als ein Impuls. Für uns war es interessant, dass die Elternschaft und die Schüler des Martin-Schongauer-Gymnasiums näher ans Blaue Haus gerückt sind, drin waren und sich das angeschaut haben. Was jetzt daraus wächst, das wissen wir noch nicht.
BZ: Zum Schluss wird es am Dienstag, 24. Juli, um 19 Uhr, eine Aufführung geben?
Michalk: Die Aufführung, das ,great event , wird verschwindend klein sein im Vergleich zu dem, was die Jugendlichen und die beiden Tänzer die 6 Tage vorher arbeiten. Die eigentliche Arbeit ist wirklich dieser Workshop. Was passiert, was bringen die Jugendlichen für Gefühle dort hinein, was für Bedürfnisse und wie setzen sie sie um?
Walesch-Schneller: Sean und Lydia bringen zum Abschlussabend ein von Jonathan Hollander choreographiertes Stück mit, das sie für uns alle präsentieren. Dann gibt es hinterher noch einen gemütlichen Ausklang, bei dem man ins Gespräch kommen kann. Mit dabei werden Elaine Wolf und Gary Bron sein, als Repräsentanten der "Freunde des Blauen Hauses" aus New York. Wir müssen übrigens von der Stadthalle in die Turnhalle des Martin-Schongauer-Gymnasiums umziehen, weil der Boden dort fürs Tanzen nicht geeignet ist. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
FOTOS: Ari Nahor 
Almut Michalk .............................................. Christiane Walesch-Schneller