Badische Zeitung vom Montag, 13. Oktober 2008

Baum als Symbol der Freundschaft
Erfolgreicher Schüleraustausch der Hugo-Höfler-Realschule mit dem Gymnasium im polnischen Oswiecim



Von unserer Mitarbeiterin Sarah-Lena Stein

BREISACH. Am Freitag ging der einwöchige Schüleraustausch der Hugo-Höfler-Realschule in Breisach mit dem Gymnasium im polnischen Oswiecim mit einem symbolischen Zeichen der Freundschaft und einem Besuch im Blauen Haus zu Ende.

"Wir pflanzen einen jungen Baum, der groß und stark werden soll, so wie die Freundschaft unserer beiden Völker" , erklärt Lothar Menges, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Breisach, den deutschen und polnischen Jugendlichen. Am Ende des Austauschs pflanzten die 38 Schülern und Schülerinnen schließlich einen Freundschaftsbaum auf dem Schulgelände.

Der Ahornbaum soll die lebendige Freundschaft der beiden Schulen symbolisieren. Reiner Zimmermann, stellvertretender Schulleiter, Christoph Müller, Organisator des Schüleraustauschs, die beiden polnischen Lehrerinnen, Magdalena Sobon und Joanna Niklas, und der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Oswiecim, Bernd Werneth. hatten sich gemeinsam mit weiteren Zuschauern und den Schülern auf dem Schulhof versammelt.

So wie bereits im vergangenen Jahr auf dem Schulgelände in Oswiecim, sollte auch dieses Jahr, beim Gegenbesuch der Polen, ein symbolischer Freundschaftsbaum gepflanzt werden. Er soll sich, so Menges, wie die Freundschaft der beiden Schulen, Städte und Länder immer mehr verwurzeln. Er wolle nicht nur auf die schreckliche Vergangenheit zurückblicken, sondern mutig in einem zusammenwachsenden Europa nach vorne schauen. Er sehe gerade diese junge Generation als Garant für ein freundschaftliches und friedliches Zusammenleben der beiden Völker.

Auch Geschichtslehrer Reiner Zimmermann wünscht sich für die deutsch-polnische Freundschaft weiterhin einen so großen Erfolg. Er freut sich, dass der Austausch mit Polen heute — anders als früher — möglich ist. "Ich finde es wichtig, dass wir unseren Blick nach Osten wenden" , erklärt er.

Im vergangenen Oktober hatten bereits 19 Schüler der Realschule in Breisach die Möglichkeit im ehemaligen Ausschwitz, die polnische Kultur und Lebensart kennenzulernen. Christoph Müller, der selbst gut Polnisch spricht und den Austausch organisiert, sieht im Zusammentreffen eine Chance, Vorurteile abzubauen und Freundschaften zu schließen. Er erklärte, dass die Schüler auch beim Austausch in Breisach gemerkt hätten, dass sie dieselbe Musik hörten, dieselbe Kleidung trügen und die gleichen Probleme in der Schule und mit den Eltern hätten. Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit der beiden Schulen, Städte und Länder und dass die Freundschaft zwischen Breisach und Oswiecim auf dem Weg einer Städtepartnerschaft sei.

Magdalena Sobon, Deutschlehrerin im polnischen Oswiecim, griff ein Zitat ihrer deutschen Kollegin Edeltraud Cupal auf. Diese hätte beim letztjährigen Besuch der Schüler in Polen gesagt: "Wir sind als Gäste hierher gekommen und kommen als Freunde zurück." Sie freute sich darüber, dass der Baum nun verwurzelt sei wie ihre Freundschaft. Die Jugendlichen beendeten ihr einwöchiges Programm, das unter anderem einen Empfang im Breisacher Rathaus, eine gemeinsame Fahrt nach Freiburg, eine Wanderung auf dem Schauinsland, eine Führung im Europaparlament und ein Besuch der Science Days im Europa-Park Rust beinhaltete, im "Blauen Haus " in Breisach. Nachdem die Schüler einiges über die Geschichte des Blauen Hauses erfahren hatten, genossen sie beim Mittagessen die letzten Stunden mit ihren neuen Freunden.

Zur vorhergehenden Seite Zum Beginn der Seite