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BREISACH (fsn). Zur Jahresmitgliederversammlung hatte vor Kurzem der Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach eingeladen. Da in diesem Jahr keine Wahlen stattfanden, hatte die Zusammenkunft im Wesentlichen den Bericht des Vorstands und die Vorausschau auf die Planungen für das kommende Jahr zum Thema. Außerdem wurde der Vorstand durch ein einstimmiges Votum beauftragt, die Gründung einer Stiftung, die das Blaue Haus unterstützt, in die Wege zu leiten.
Besonders herzlich begrüßte die Vorsitzende Christiane Walesch-Schneller Bürgermeister Oliver Rein. In ihrem Bericht ging sie zunächst auf das größte Ereignis des vergangenen Jahres ein, auf die "Tänze für das Blaue Haus" , das hohe Ansprüche an die organisatorischen Fähigkeiten des Vereins gestellt hatte. Zu großem Dank sei man diesbezüglich gegenüber der Stadt verpflichtet, ließ Walesch-Schneller verlauten, denn diese habe den Verein, von der Hilfe des Bauhofes und der Verwaltung bis zur Begrüßung der Ehrengäste durch den damals sich erst kurz im Amt befindenden Bürgermeister, tatkräftig unterstützt. Da das Wetter dem Veranstalter einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, musste der Förderverein auch die Ausfallbürgschaft der Stadt in Höhe von 5000 Euro in Anspruch nehmen. Die Stadtverwaltung hatte hier verständnisvoll reagiert, wofür die Vorsitzende sich noch einmal ausdrücklich bedankte. Auch das Einspringen anderer örtlicher Sponsoren und Spender wurde von der Vorsitzenden bei dieser Gelegenheit dankbar erwähnt. Daneben hat der Förderverein aber auch zahlreiche andere Veranstaltungen im Blauen Haus abgehalten, bei denen sich auch viele Vereinsmitglieder engagiert hatten. Der Zweite Vorsitzende Gerd Müller berichtete von der stetig wachsenden Bibliothek, deren Titel seit einiger Zeit in einem Online-Katalog einzusehen sind. Die Internetseite wird stark frequentiert. Ein Anstieg sei bei Besuchern aus Polen zu verzeichnen, aber auch aus Israel und den USA gebe es viele Zugriffe auf die Seite des Blauen Hauses. Der Beisitzer Gerhard Dümchen fasste die Leistungen der freiwilligen Helfer von Aktion Sühnezeichen Friedensdienst im Sommerlager in Breisach und im Judengarten in Mackenheim zusammen. Auch den Einsatz der letzten "Langzeitfreiwilligen" Gaelle Dazard für das Blaue Haus erwähnte er lobend. Leider musste Dümchen berichten, dass in diesem Jahr weder ein Sommerlager stattfinden wird, noch ein Nachfolger für Dazard gefunden werden konnte. Von dem Schüleraustausch mit israelischen Jugendlichen, der unter dem Titel "Michaels Dialog" steht, berichtete Beisitzerin Rosita Dienst-Demuth. Sie kehrte erst vor Kurzem von einem Besuch mit deutschen Schülern in Israel zurück. Auch sie konnte von spannenden und einschneidenden Erlebnissen auf beiden Seiten erzählen. Von einem Rekordjahr bei den Einnahmen sprach Schatzmeister Jürgen Lange von Kulessa, rückte die Verhältnisse aber sogleich wieder zurecht, indem er auch den Grund dafür angab: Gelder, die für die "Tänze des Blauen Hauses" eingegangen waren, mussten für diese auch postwendend wieder ausgegeben werden. Nach wie vor belasten den Verein die Zinsen der Kredite, die für den Kauf des Hauses aufgenommen wurden. Das ist auch einer der Faktoren, die die geplante Stiftungsgründung, für die schon rund 30 000 Euro zugesagt sind, verwaltungsrechtlich behindern, da die Ausschüttung der Stiftung die laufenden Kosten übersteigen muss. Der Verein kann diese laufenden Kosten nicht durch die Mitgliedsbeiträge decken und ist zur Organisation eines derart dichten Programms vollkommen auf Spenden angewiesen. Dies hat bisher zwar jedes Jahr funktioniert, stellt aber für die Planung einen großen Unsicherheitsfaktor dar. Für dieses Jahr sind wieder viele Veranstaltungen geplant, wovon eine zusammen mit der Historischen Arbeitsgruppe des Freundeskreises Ehemalige Synagoge Sulzburg zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur stattfinden soll. Lesungen aus dem Briefwechsel einer badischen Familie, der Rosenbergs, sollen in Breisach und Sulzburg stattfinden. |
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