![]() (Foto: Kai Kricheldorff) |
BREISACH/IHRINGEN. Am 9. November wird in der Bundesrepublik des 70. Jahrestages der Pogromnacht von 1938 gedacht, in der die Nationalsozialisten überall in Deutschland Synagogen, Einrichtungen und Geschäfte jüdischer Bürger in Brand gesetzt, geplündert und zerstört wurden. Das verbrecherische Ereignis gilt als Auftakt der planmäßigen Verfolgung und Vernichtung der Juden in Europa durch das Terrorregime Hitlers.
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In 4 Arbeitsgruppen, angeleitet von Geschichtslehrerin Dagmar Casetou und drei ihrer Kolleginnen, erarbeiten die 30 Schüler des Martin-Schongauer-Gymnasiums (MSG) Aspekte des Geschehens der Pogromnacht in der Münsterstadt und in Ihringen. Dabei werden sie unterstützt vom Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach ("Blaues Haus").
2 Gruppen recherchierten die Geschichte von 4 jüdischen Familien aus Breisach, deren Mitglieder in Folge der Pogromnacht aus Deutschland emigrierten oder von den Nazis in Konzentrationslager deportiert wurden, in denen die meisten von ihnen den Tod fanden.
Eine weitere Schülergruppe hat über Schändungen jüdischer Friedhöfe in Breisach und Ihringen seit 1875 geforscht und dazu viele aktenkundig gewordene Dokumente ausgewertet. 80 Interviews mit Breisacher Bürgern, darunter auch mit Zeitzeugen der Geschehnisse von vor 70 Jahren, hat die vierte Gruppe geführt.
Schicksal von 4 jüdischen Familien und Zeitzeugeninterviews Kürzlich trafen sich alle Beteiligten im "Blauen Haus", um die Ergebnisse ihrer Untersuchungen auszutauschen und festzulegen, wie diese bei einer Gedenkveranstaltung am 10. November präsentiert werden sollen. Die 15-jährige Charlotte Büchner aus Breisach beteiligt sich an dem Projekt, weil "ich mich besonders für die Geschichte des Dritten Reichs interessiere, da sie noch einen Bezug hat, der in die Gegenwart hineinreicht". Der Bötzinger Benjamin Torn (19) findet es wichtig, "die Erinnerung an diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewahren und zu dokumentieren". Die 18-jährige Gymnasiastin Carmen Obert aus Ihringen hat bei dem Projekt mitgemacht, "weil das Geschehen der Pogromnacht von 1938 ein Teil unserer Geschichte ist, der nicht in Vergessenheit geraten darf".
Die Ergebnisse der Arbeiten werden am Montag, 10. November, um 19 Uhr, in der Aula des Breisacher Gymnasiums im Rahmen einer Gedenkfeier präsentiert. Zu dieser Veranstaltung ist die Öffentlichkeit eingeladen. Zuvor, um 18 Uhr, findet in Breisach auf dem Synagogenplatz an der Rheintorstraße eine Gedenkveranstaltung statt.
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