Badische Zeitung vom Freitag, 3. Juli 2015

Erinnerung an das Grauen
Zum Abschluss der Woche der Begegnung wurde das Museum im früheren KZ Struthof besucht.

BREISACH (kff). Eine Fahrt ins Elsass unternahm der Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach, Blaues Haus zum Abschluss der "Woche der Begegnung".

Gemeinsam mit dem Freiburger Carl-Schurz-Haus wurde ein Besuch auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof in Mackenheim und in der Gedenkstätte für das Konzentrationslager Struthof-Natzweiler organisiert. Im Mackenheim begrüßte Bürgermeister Jean-Claude Spielmann die 30 Besucher. Unter ihnen war auch Alan Frank aus New York mit seiner Frau Mimi. Ida Frank, die Großmutter von Alan Frank, stammte aus Breisach.

Über den 400 Jahre alten jüdischen Friedhof in Mackenheim führte Professor Gil Hüttenmeister die Gruppe. Der Judaist aus Stuttgart erläuterte verschiedene Inschriften auf den Grabsteinen von Breisacher Juden. Bis 1755, dem Jahr der Eröffnung des alten jüdischen Friedhofs in Breisach, wurden die Juden aus der Münsterstadt in Mackenheim bestattet.

Anschließend besuchte die Gruppe die Gedenkstätte und das Museum des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof. Von Mai 1941 bis Herbst 1944 mussten die Häftlinge dort Zwangsarbeit in Steinbrüchen leisten. Über 12 000 von ihnen, darunter viele Juden, wurden von der SS ermordet. In dem Lager wurden auch grausame medizinische Experimente an Gefangenen vorgenommen. Christiane Walesch-Schneller, Vorsitzende des Fördervereins Blaues Haus, führte die Gruppe durch das Europäische Zentrum der deportierten Widerstandskämpfer CERD, das sich in Natzweiler Struthof befindet.

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