Badische Zeitung vom Donnerstag, 2. September 2004

Im "Blauen Haus" werden ein Archiv und eine Bibliothek eingeweiht
Am Sonntag findet in über 20 Ländern der europäische Tag der jüdischen Kultur statt / Lesung mit Manès Sperber / Auftakt für grenzüberschreitendes Projekt



BREISACH (ste). Am kommenden Sonntag, 5. September, werden in Baden-Württemberg und im Elsass verschiedene Veranstaltungen zur jüdischen Kultur angeboten.

Der europäische Tag der jüdischen Kultur, der in diesem Jahr zum fünften Mal stattfindet, eröffnet dem interessierten Besucher die Möglichkeit, historische Kunstdenkmäler zu besuchen und die oft schicksalhafte Geschichte der Juden auf beiden Seiten des Rheins kennen zu lernen.


Neben Frankreich und Deutschland beteiligen sich zeitgleich insgesamt 23 andere europäische Länder an diesem Projekt.

Auch in der Europastadt Breisach kann man sich über Kultur und Geschichte der Juden informieren. Das ehemalige jüdische Gemeindehaus von Breisach, das so genannte "Blaue Haus", ist am 5. September von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Um 14 Uhr werden im "Blauen Haus" ein Archiv und eine Bibliothek eingeweiht. Um 18 Uhr haben die Besucher schließlich die Möglichkeit, einer Lesung von Manès Sperber mit dem Titel "Ich muss mir merken, wie ich heiße" zu lauschen.

Der europäische Tag der jüdischen Kultur stellt die Auftaktveranstaltung für das grenzüberschreitende Projekt "Straße des Judentums am Oberrhein" dar und wird auf deutscher Seite unter anderem von der Landeszentrale für politische Bildung und dem Tourismusverband Baden-Württemberg/Schwarzwald Tourismus unterstützt. In Baden-Württemberg bieten über 30 Orte hierzu Veranstaltungen an, in der näheren Umgebung von Breisach kann man sich auch in Lörrach, Sulzburg, Freiburg oder Emmendingen informieren. Im Elsass engagieren sich unter anderem die Gemeinden Mulhouse, Guebwiller, Soultz, Colmar und Mackenheim.

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