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Christiane Walesch-Schneller erhält das Bundesverdienstkreuz

Großen Mut und Weitsicht bewiesen: Für ihr Engagement für das Blaue Haus in Breisach wurde Christiane Walesch-Schneller in Stuttgart mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 

 

Es war ein würdevoller Nachmittag im Neuen Stuttgarter Schloss. 23 Frauen und Männer aus ganz Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann am vergangenen Samstag dort für ihr besonderes bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet. Geehrt wurde mit Christiane Walesch-Schneller auch eine Breisacher Bürgerin. Für ihren Einsatz rund um das Blaue Haus überreichte ihr Kretschmann das Verdienstkreuz am Bande, das von Bundespräsident Joachim Gauck verliehen wird.

"Ohne Ehrenamtliche wäre das Gemeinschaftsleben vor Ort gar nicht denkbar", sagte der Ministerpräsident. Umso wichtiger sei es, dass dieser bürgerschaftliche Einsatz öffentliche Anerkennung erfahre. "Die heute geehrten Bürger haben oft über Jahrzehnte ihre Zeit, ihre Kreativität und ihre Tatkraft an andere verschenkt. Als Ministerpräsident erfüllt mich dies mit großer Dankbarkeit", betonte Kretschmann.

Walesch-Schneller habe mit ihrem Engagement Mut und Weitsicht bewiesen, sagte Kretschmann in seiner Laudatio. "Ihr ist es zu verdanken, dass das über 300 Jahre alte ehemalige jüdische Gemeindehaus erhalten blieb", betonte er. Walesch-Schneller habe den Förderverein ins Leben gerufen, der das Haus kaufte, renovierte und als authentischen Ort der christlich-jüdischen Geschichte Breisachs entwickelte. So sei ein Ort der Erinnerung und Begegnung entstanden.

Schon seit vielen Jahren setze sich die Breisacherin ehrenamtlich mit dem ehemaligen jüdischen Leben in ihrer Stadt und der nationalsozialistischen Geschichte auseinander, führte Kretschmann aus. "Ihre Arbeit für das ehemalige Gemeindehaus erfuhr große Resonanz und es entstand ein Netzwerk an wissenschaftlichen und persönlichen Beziehungen, die dieses religiöse Kleinod unterstützen", sagte er. Auch enge Beziehungen zwischen früheren jüdischen Bürgern, deren Nachkommen und dem Blauen Haus seien auf ihre Initiative zurückzuführen.

"Christiane Walesch-Schnellers Nächstenliebe und Barmherzigkeit sowie ihre Toleranz sind das Fundament für ihr humanes Wirken", betonte der Ministerpräsident. Sie opfere gar ihren Urlaub, um Sommercamps in Breisach zu betreuen und jungen Leuten das Judentum sowie Geschichte und Schicksal der jüdischen Bevölkerung näherzubringen.

Das Blaue Haus – eine Gedenk- und Begegnungsstätte zugleich – sei auch für die Schulen Breisachs zum Lernort geworden. Daneben sei für Walesch-Schneller der interreligiöse Dialog mit türkischen Jugendlichen ebenso wegweisend wie die Integrationsarbeit mit Asylsuchenden, so der Ministerpräsident. Er sei dankbar für dieses große Engagement, sagte er an Walesch-Schneller gewandt.

Unter dem Applaus des Auditoriums überreichte der Ministerpräsident Walesch-Schneller sowie 22 weiteren verdienten Bürgern Urkunde und Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung", sagte Walesch-Schneller. Sie nehme die Ehrung für das ganze Projekt und seine vielen Ehrenamtlichen entgegen. "Das ist eine Anerkennung für all das, was gemeinsam geleistet wurde", betonte sie.

Der Festakt mit anschließendem Empfang fand in der Landeshauptstadt am Internationalen Tag des Ehrenamts statt. Vor 30 Jahren haben die Vereinten Nationen diesen Gedenk- und Aktionstag ins Leben gerufen und auf den 5. Dezember gelegt. Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement anzuerkennen und zu fördern.

"Sie haben durch Ihr Wirken und durch Ihre Menschlichkeit nicht nur viel Gutes getan, sondern auch anderen ein Beispiel gegeben", dankte Kretschmann den Geehrten im Neuen Stuttgarter Schloss. Solidarität, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft seien Tugenden, die nicht von oben herab verordnet werden könnten. Vielmehr müssten sie in einem demokratischen Gemeinwesen von unten her wachsen.

In unterschiedlichen Bereichen und auf ganz persönliche Weise hätten die Geehrten Bürgersinn, Engagement und Empathie gezeigt. "Solche Menschen braucht unsere Demokratie", betonte der Ministerpräsident abschließend.

Aus der Badischen Zeitung vom 7. Dezember 2015

 

 


 

LEUTE IM LANDKREIS: Der Stadt ein Stück Geschichte zurückgegeben

Christiane Walesch-Schneller führt seit mehr als zehn Jahren den Breisacher Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus.

 

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BREISACH. Zum achten Mal fand in diesem Jahr die Woche der Begegnung von Nachfahren jüdischer Familien aus Breisach statt. 30 Gäste aus den USA, Israel und europäischen Ländern waren für einige Tage in die Europastadt gekommen, um an Gedenkveranstaltungen und Erinnerungsrunden teilzunehmen und sich auf die Suche nach den Spuren ihrer familiären Wurzeln zu begeben. Nazizeit und Holocaust hatten diese auf schmerzliche Weise gekappt. Die Erinnerung an das jüdische Leben in Breisach hält der Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus, das Blaue Haus, fest. An seiner Spitze steht Christiane Walesch-Schneller.

Die Gründung des Fördervereins Blaues Haus geht ins Jahr 1998 zurück. Auf Initiative der Stadt waren damals Holocaustüberlebende aus Breisach zur Einweihung der Gedenkstätte auf dem Synagogenplatz eingeladen worden. Die Synagoge selbst war in der Nacht des Novemberpogroms von 1938 vom Nazi-Mob in Brand gesetzt worden. "Die Einladung der Stadt an die Holocaustüberlebenden sollte kein Schlussstrich sein, sondern der Beginn einer Auseinandersetzung mit der Geschichte der Judenverfolgung in Breisach und eine versöhnende Annäherung an die Opfer des Geschehens, das damals 60 Jahre zurücklag", erinnert sich Christiane Walesch-Schneller. Dem ehemaligen jüdischen Gemeindehaus stand zur selben Zeit eine durchgreifende Renovierung bevor. Mit ihr wäre die historische Bedeutung des Hauses verloren gegangen. Die Vereinsvorsitzende und rund 40 Mitstreiter schlugen vor, das Gebäude in seinem alten Zustand zu bewahren. Sie wollten es behutsam saniert als Gedenk-, Begegnungs- und Forschungsstätte genutzt wissen. "Es bot sich die einzigartige Möglichkeit, den alten Versammlungs- und Betraum zu erhalten, der die letzte Zuflucht der in Breisach verbliebenen Juden nach der Zerstörung der Synagoge war", sagt Christiane Walesch-Schneller, die als Ärztin in Breisach eine Praxis für Psychotherapie betreibt.

Innerhalb eines halben Jahres brachte der neu gegründete Verein mit Hilfe von Spenden und der Aufnahme von Darlehen sowie eher bescheidener öffentlicher Zuschüsse den Kaufbetrag für das Gebäude auf. Der Verein erwarb das ehemalige jüdische Gemeindehaus, der Name Blaues Haus bezieht sich auf die Farbe der Fassade. Kürzlich konnten die letzten Raten getilgt werden, der Förderverein steht jetzt schuldenfrei da. Der Kauf traf bei den ehemaligen Breisacher Juden, die in aller Welt verstreut lebten, auf große positive Resonanz. Einer von ihnen, Michael Eisemann, war der letzte Kantor der jüdischen Gemeinde Breisach [Richtigstellung: Es war natürlich Ralph Eisemann, der Sohn des letzten Kantors]. Er bestärkte Christiane Walesch-Schneller in ihrem Ziel, dem Blauen Haus eine neue Zukunft zu geben. Zurückhaltender reagierte die Bürgerschaft in Breisach auf die Initiative des Vereins. "Wir hatten einige Widerstände zu überwinden, um unser Ziel zu erreichen", sagt Walesch-Schneller. Das hat sich mittlerweile nachhaltig geändert.

2003 wurde das Blaue Haus offiziell eingeweiht. Viele Veranstaltungen brachten Licht in die dunklen, fast schon vergessenen historischen Geschehnisse um die einstmals große jüdische Gemeinde in der Münsterstadt. Akribisch ging der Verein den Schicksalen der jüdischen Familien nach. Unterstützt wurde die Arbeit durch ehrenamtliches Engagement und Geldspenden der 150 Vereinsmitglieder sowie der rund 50 "Overseas-Members", einer Gruppe von ehemaligen Breisacher Juden aus den USA und Israel. In Amerika gründete sich zwischenzeitlich eine Initiative "Friends of the Blue House". Sie besteht aus Nachfahren von Breisacher Juden, denen die Flucht vor der Shoa nach Übersee gelang. 2013, zum zehnjährigen Bestehen der Gedenk- und Begegnungsstätte, wurde davor eine Holzskulptur eingeweiht, die an die Opfer erinnert. Gespendet haben es Nachfahren Breisacher Juden.

Mittlerweile unterhält die Einrichtung eine 4500 Bände umfassende Bibliothek mit Werken zum Judentum und der Shoa, die über einen Onlinekatalog weltweit genutzt wird. Die genealogische Datenbank wird nach und nach komplettiert. Immer weiter spannt das Blaue Haus sein Netzwerk zu Nachfahren der meisten der rund 40 jüdischen Familien, die noch 1933 in Breisach zu Hause waren. Zusammen mit dem Förderverein ist es Christiane Walesch-Schneller gelungen, das Blaue Haus als eine Institution in der Europastadt zu etablieren, die sich durch ihre Forschung ebenso profiliert hat, wie durch eine kontinuierliche Erinnerungs- und Gedenkarbeit. Inzwischen hat die Einrichtung ihr Spektrum ausgeweitet und wendet sich auch dem Schicksal der Sinti und Roma und der aktuellen Flüchtlingsproblematik zu.

Christiane Walesch-Schneller ist für ihren Einsatz vielfach ausgezeichnet worden. Ihre engagierte und wichtige Arbeit hat Breisach ein Stück seiner jüdischen Geschichte zurückgegeben und wichtige Impulse der Versöhnung und Erinnerung gesetzt.

Aus der Badischen Zeitung vom 8. September 2015

 


 

 

Gemeinsam kochen mit Flchtlingen

Ein Arbeitskreis des Runden Tisches fr Mitmenschlichkeit organisiert in Breisach wchentliche Treffen mit jungen Afrikanern.

 

 

BREISACH. In der Kche des Blauen Hauses in Breisach ist es eng. ber ein Dutzend Personen bereiten gemeinsam ein Essen vor. Zehn von ihnen sind junge Afrikaner aus Gambia. Als Flchtlinge leben sie in der Gemeinschaftsunterkunft "Campus der Kulturen" am Europaplatz. Seit April treffen sie sich einmal wchentlich mit Angehrigen des Arbeitskreises (AK) Flchtlinge beim Runden Tisch fr Mitmenschlichkeit zum Kochen im Blauen Haus. Viele sind Muslime "Eigentlich wollten wir heute im Garten grillen, das Wetter hat uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Cornelie Bchner vom Arbeitskreis. Gemeinsam mit ihrem Mann Heiko sowie Kerstin und Andr Manz hat sie das gemeinsame Kochen mit den Flchtlingen initiiert.

Der kurzfristig vernderte Speiseplan fr diesen Abend sieht Maultaschen mit Spinat und Gemse vor. Wahlweise wird es mit Rinderhack zubereitet. "Original schwbisch ist das nicht", rumt Bchner ein. Aber die meisten der jungen Mnner aus Gambia seien Muslime, ihre Religion verbiete ihnen, Schweinefleisch zu essen. Zur Nachspeise soll es Erdbeeren mit Quark geben. Fr die Afrikaner ein absolutes Novum. In ihrem Heimatland sind Erdbeeren unbekannt.

Beim ersten Kochkurs hatte die Gruppe indonesisch gekocht, beim zweiten Treffen gab es Reis mit Fleisch, wie es in Westafrika zubereitet wird. Einige der gambischen Mnner hatten dazu aus einem afrikanischen Lebensmittelgeschft in Freiburg einige der fr ihre Heimat typischen Gewrze besorgt.

An der Kchenwand des Blauen Hauses hngt ein selbstgemachtes Poster mit Fotos von Geschirr und Kchengegenstnden. Unter jeder Abbildung steht die deutsche Bezeichnung. Praktische Verstndigungshilfe fr die Arbeit in der Kche. Die Gambier sprechen meist gut Englisch, ihre Deutschkenntnisse sind unterschiedlich, je nachdem wie lange sie schon einen Sprachkurs belegt haben.

In der engen Kche werden Gemse geputzt und geschnippelt, Salat zubereitet und Nudelteig ausgerollt. Andr Manz ist als begeisterter Hobbykoch voll in seinem Element. Dem 20-jhrigen Ibrahim zeigt er, wie die Maultaschen gefllt und geformt werden. Der Lebensmitteleinkauf fr die gemeinsamen Kochabende wird durch Spenden des Runden Tischs fr Mitmenschlichkeit finanziert.

"Miteinander zu kochen ist sehr kommunikativ, man kommt leicht ins Gesprch und es macht allen Spa", sagt Cornelie Bchner. Fr die jungen Flchtlinge sind die wchentlichen Treffen eine willkommene Abwechslung vom Alltag in der Gemeinschaftsunterkunft. Manche besuchen in Freiburg die Internationale Schule. Andere haben kleine Jobs, wie Messi, der beim stdtischen Bauhof in Breisach stundenweise arbeitet. Regelmig mht er auch den Rasen im kleinen Garten des Blauen Hauses.

Fr Christiane Walesch-Schneller vom Frderverein ehemaliges jdisches Gemeindehaus war es selbstverstndlich, die Kche im Blauen Haus fr die Kochaktion mit den Flchtlingen zur Verfgung zu stellen.

Am Beginn ihrer Treffen hat Bchner den jungen Gambiern die Geschichte des Hauses erklrt. Mit ihrer Tochter Charlotte, seit kurzem Vorstandsmitglied im Frderverein, unternahmen sie krzlich eine Fhrung durch die Gedenk- und Begegnungssttte.

Andr Manz gibt letzte Anweisungen fr die Zubereitung der Maultaschen. Dann klappt er das dicke Rezeptbuch von TV-Koch Johann Lafer zu. Seine Frau Kerstin hat derweil mit einigen jungen Gambiern die lange Tafel im Versammlungsraum des Blauen Hauses gedeckt.

Kochen macht hungrig. Mit gutem Appetit setzt man sich an den Tisch. Die unbekannten Erdbeeren finden bei den jungen Afrikanern Gefallen. Whrend des Mahls wird viel geredet und gelacht. Die Atmosphre ist locker und freundschaftlich.

Jeder der jungen Gambier trgt eine meist dramatisch verlaufene Fluchtgeschichte und oft auch ein tragisches Familienschicksal mit sich. Sie sind alle um die 20 Jahre alt, fern ihrer Heimat, auf sich selbst gestellt. Sprechen Sie eigentlich ber das, was sie auf ihrer Flucht erlebt haben? "Nicht in einem greren Kreis", sagt Bchner, allenfalls ffneten sie sich in Vier-Augen-Gesprchen mit Personen, die sie schon ein bisschen lnger kennen.

Praktikumsstellen, Jobs und vor allem Wohnraum werden fr die alleinstehenden Flchtlinge am dringendsten bentigt. Oft erhlt der Arbeitskreis Flchtlinge auf entsprechende Anfragen bei Arbeitgebern und Wohnungsvermietern negative Antworten. Mehr Untersttzung fr die Flchtlinge aus Afrika wre daher wnschenswert.

Kontakt und Info: hcbuechner@web.de


GAMBIA Das westafrikanische Land ist mit 1,85 Millionen Einwohnern und 11 000 Quadratkilometern Flche (halb so gro wie Hessen) eines der kleinsten Lnder Afrikas. Es wird vom weitaus greren Nachbarstaat Senegal umschlossen. Seit 1965 ist Gambia ein unabhngiger Staat, zuvor war es Teil der Kolonie Britisch-Westafrika. 90 Prozent der Bevlkerung sind Muslime. Regiert wird das Land von der dominierenden Partei APHC, seit 1994 ist Prsident Yahya Jammeh an der Macht.

 

 

 

Integrationsministerin Bilkay Öney diskutiert mit Jugendlichen in Breisach

Ein praktisches Beispiel für einen interreligiösen Dialog erlebten junge Menschen beim Treffen mit der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney, das jüngst im Blauen Haus in Breisach stattfand.

 

 

BREISACH. Deutlich wurde, dass es wichtig ist, möglichst viel von der Religion des anderen zu wissen, um Vorurteile abzubauen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Der Dialog sollte also fortgesetzt werden, am besten nicht nur zwischen Muslimen und Christen, sondern im Trialog auch mit Vertretern der jüdischen Religion.

Initiator des Treffens war der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Bayer. Er wollte einerseits seiner Parteigenossin das Blaue Haus präsentieren, andererseits sollte Öney im interreligiösen Dialog ihre Aufgabe als Integrationsministerin wahrnehmen. Gut vertreten waren die jungen Muslime. Ayse Aykan, Vorsitzende der Ditib-Landesjugendverbands Baden, dem 62 Jugendgruppen angehören, war mit einigen Dialogbeauftragten nach Breisach gekommen. Auch Rosita Dienst-Demuth, Geschichtslehrerin an der Freiburger Lessingschule, nahm mit mehreren Jugendliche mit Migrationshintergrund an dem Gespräch teil. Dienst-Demuth, die bekanntlich mit ihren Schülern die Geschichte der jüdischen Zwangsschule in Freiburg aufgearbeitet hat, hat an der Lessingschule auch das Projekt "Erinnerungsarbeit in der Migrationsgesellschaft initiiert. An dem Dialog nahmen aber auch Jugendliche aus Breisach teil, darunter Bilge Grecer und Denys Golikov, die ebenfalls aus Migrantenfamilien stammen.

Bilkay Öney, die in der Türkei geboren und in Berlin aufgewachsen ist, outete sich als Atheistin. In ihrer Jugend habe sie sich aber sehr für die jüdische Religion interessiert. Öney berichtete vom Runden Tisch Islam. Schon 2011, in der ersten Sitzung, hätten die Vertreter der christlichen, islamischen und israelitischen Religion als Reaktion auf die Verbrechen der NSU eine gemeinsame Erklärung gegen Menschenfeindlichkeit formuliert.

Dass es sich lohnt, den Dialog zu suchen, bestätigte die Ditib-Dialogbeauftragte aus Pforzheim, die vom ersten Besuch der Moscheegemeinde in der Synagoge berichtete. Die Synagoge habe man zuvor als etwas Fremdes betrachtet, "doch dann haben wir gemerkt, die sind ja gar nicht so schlimm." Seit drei Jahren werde in Pforzheim ein Trialog mit Juden und Christen gepflegt. Auch die Dialogbeauftragte aus Emmendingen berichtete von den gewachsenen Kontakten der Religionsgemeinschaften. Der Ditib-Verband bereite junge Muslime in Seminaren auf den Kontakt mit anderen Religionen vor. Mittlerweile seien so schon 2500 Dialogbeauftragte ausgebildet worden. Der Dialog sollte schon im Kindesalter beginnen, meint Ayse Aykan. Denn vielfach werde im Schulunterricht und in den Lehrbüchern Islam mit Terrorismus und Gefahr gleichgesetzt. Die Lehrer sollten dafür sensibilisiert werden, dass der Islam in der deutschen Gesellschaft seinen festen Platz habe.

Einig war man sich mit der Ministerin in der Forderung, an den Schulen einen gemeinsamen Ethikunterricht einzuführen, in dem ein Basiswissen über die verschiedenen Religionen vermittelt wird. Momentan wird es wohl beim Wunsch bleiben, der Ethikunterricht sei nicht finanzierbar, erklärte Christoph Bayer, der Mitglied im Schulausschuss des Landtags ist. Er war beeindruckt von der Arbeit der Dialogbeauftragten, fragte aber auch, wie es in den Gemeinden um den inneren Dialog bestellt sei. Viele Muslime in Deutschland kennen sich im Islam nicht aus, es sei sinnvoll, ihnen ihre Religion in Grundzügen näher zubringen, erklärte der Dialogbeauftragte aus Neuenburg. Ministerin Öney berichtete von der steigenden Nachfrage nach islamischem Religionsunterricht, der man aber personell nicht nachkommen könne. Ditib bildet in der Türkei Imame für den Unterricht in Deutschland aus. Gelegentlich gebe es auch Verständnisprobleme zwischen den Jugendlichen, die in Deutschland aufgewachsen sind und den Religionsgelehrten aus der Türkei.

Am Ende war man sich einig, dass der Dialog fortgesetzt werden sollte. Christiane Walesch-Schneller, Vorsitzende des Fördervereins ehemaliges jüdisches Gemeindehaus, bot den jungen Besuchern an, das Blaue Haus für Tagungen und Fortbildungen zu nutzen.

 

 

 

 

 

 

GÜNTER BOLL IST TOT

 

 

  • Rede des Bürgermeisters Spielmann
    von Mackenheim bei der Beerdigung

  • Nachruf des Blauen Hauses,
    gelesen bei der Beerdigung

  • Nachruf von Werner und Phoebe Frank,
    Calabasas CA USA

  • Nachruf von Ariane Mil,
    Zürich

 

 

 

Festschrift zum 5 jährigen Bestehen des Freundeskreis Oswiecim e.V. erschienen

Der Freundeskreis Oswiecim e.V. wurde am 18. Juni 2007 gegründet. Die Idee zur Gründung des Vereins ging von Herrn Bürgermeister Oliver Rein aus. Ziel war es, mit Hilfe des Vereins, insbesondere den Jugendaustausch zu unterstützen. Aber auch der Austausch zwischen den Bevölkerungen der Stadt Breisach und Oswiecim soll durch den Verein gefördert werden.

Die Gründung des Vereins war ein weiterer Schritt zu der Städtepartnerschaft, die 2009 in Oswiecim besiegelt wurde.

Nahezu 20 Jahre bestehen von Breisach aus Kontakte nach Oswiecim und zur KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Werner Nickolai zeichnet in seinem Beitrag nach, welcher Prozess durchlaufen wurde, bis es dann zur Städtepartnerschaft kam.

Einen wesentlichen Anteil haben sicherlich die Sportbegegnungen beider Städte. Bernd Werneth, Vorsitzender des SV Breisach, berichtet hierüber.

Die Jubiläumsschrift gibt auch einen Einblick in den Schüleraustausch, wie er von der Huog-Höfler-Realschule und dem Martin-Schongauer-Gymnasium gestaltet wird.

Pfarrer Peter Hanselmann, der an der ersten Studienfahrt nach Oswiecim teilgenommen hat, stellt seinen Beitrag unter die Überschrift Versöhnung muss gelebt werden.

Im Jahr 2010 fanden in Breisach die Europatage statt. Die Festansprache hielt Ministerpräsident a. D. Dr. Erwin Teufel. In seinem Beitrag hebt Erwin Teufel hervor, dass mit Blick auf die Geschichte von Auschwitz gerade diese Städtepartnerschaft von besonderer Bedeutung ist.

Während der Europatage fand in Breisach eine Friedenskonferenz statt. Zwei der Vorträge, werden hier wiedergegeben. Dr. Hans-Werner Retterath vom Johannes-Künzig-Institut in Freiburg sprach über den Beitrag den Städtepartnerschaften für den Frieden bedeuten. Dr. Dieter Freiherr von Schrötter, von der Universität Freiburg, zeichnet den Weg Polens nach Europa nach.

Wir freuen uns, auch den Beitrag des polnischen Priesters Maciej Malyga wiedergeben zu können, der sich mit der Rolle der katholischen Kirche für die Identitätsfindung Polens auseinandersetzt.

Die Festschrift findet ihr Ende in der Wiedergabe einiger weniger ausgewählter Presseberichte.

Die Broschüre ist für einen Unkostenbeitrag von Euro 5,-- in der Neutorbuchhandlung sowie in der Breisacher-Touristik erhältlich.

 

 

 

Auf den Spuren der jüdischen Vorfahren

Joseph Kleefeld besuchte zusammen mit seiner Familie Breisach, die Geburtsstadt seines Vaters .

 

 


Hadassah und Joseph Kleefeld suchten mit Tochter Michal Kimmel und der 14-jährigen Enkelin Rinat in Breisach und Eichstetten nach Spuren ihrer jüdischen Vorfahren. Foto: kai kricheldorff

 

BREISACH (kff). "Wir sind zu den Wurzeln meiner Vorfahren zurückgekehrt", stellt Joseph Kleefeld mit einem zufriedenen Lächeln fest. Mit seiner Frau Hadassah, Tochter Michal Kimmel und der Enkelin Rinat ist der 69-jährige pensionierte Physiker nach Breisach gekommen, dem Ort, an dem sein Vater Lothar Kleefeld in einer jüdischen Familie aufwuchs, die über 200 Jahre in der Münsterstadt ansässig war.

In der Nähe des Kupfertorplatzes stand das Geburtshaus des Vaters, der vor der wachsenden Bedrohung durch den Naziterror gegen jüdische Mitbürger 1936 als junger Mann nach Palästina floh. Dort ist Joseph Kleefeld geboren. Vor über 20 Jahren zog er aus beruflichen Gründen mit seiner Frau von Israel nach Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien, wo die Familie heute lebt. "Den Förderverein Blaues Haus und seine Vorsitzende Christiane Walesch-Schneller kennen wir schon seit 10 Jahren", erzählt Hadassah Kleefeld in der gemütlichen Wohnküche der Ferienwohnung, in der die Vier während ihres einwöchigen Aufenthalts in Breisach Quartier genommen haben. "Und immer hat sie gesagt, ihr müsst mal nach Breisach kommen, nun sind wir froh, dass es endlich geklappt hat."

Den entscheidenden Anstoß dafür lieferte eigentlich die 14-jährige Enkelin Rinat, die mit Eltern und Geschwistern in der Großstadt Haifa in Israel lebt. Sie nimmt an einem Schulprojekt zum Thema "Familiäre Wurzeln" teil und begann sich dabei für die Geschichte ihrer Vorfahren zu interessieren. Bald stellte Rinat fest, dass sie selbst wenig über die Herkunft ihrer Familie wusste. Sie fragte bei den Großeltern in Amerika nach. Die schickten ihr alte Fotos der Kleefelds aus Breisach, teilten dem Mädchen mit, was sie von der Familiengeschichte wussten und erinnerten sich an den Förderverein Blaues Haus, in dem die Chroniken jüdischer Familien aus Breisach aufbewahrt und vervollständigt werden.

So kam Joseph und Hadassah Kleefeld der Gedanke, mit der Enkelin nach Breisach zu reisen, um mit ihr vor Ort die Spuren der Familie Kleefeld zu entdecken. Während ihres Besuchs in der Münsterstadt haben sie natürlich Breisach erkundet, aber auch Freiburg und Eichstetten besucht. "In Eichstetten steht noch das Haus, in dem meine Großmutter Thekla Hofeler geboren wurde", erzählt Joseph Kleefeld. "Und in Freiburg haben wir nach dem Haus meiner Tante Johanna gesucht." Mutter und Tochter waren in Südbaden geblieben, nachdem Lothar und Trude Kleefeld, die Geschwister von Johanna, emigriert waren. In Freiburg erwarteten die beiden Frauen das Eintreffen der rettenden Einreisepapiere für die USA, die aber nicht rechtzeitig ankamen. Im Oktober 1940 wurden sie mit Tausenden anderer Juden aus Südwestdeutschland ins Internierungslager Gurs in den französischen Pyrenäen transportiert. Knapp zwei Jahre darauf deportierten sie die Nazis ins Konzentrationslager Auschwitz, wo sie ermordet wurden.

Im Rahmen ihres Schulprojekts hat Rinat Kimmel einen Stammbaum ihrer Familie erstellt, den sie nach dem Besuch im Breisacher Blauen Haus nun mit neuen Details und Fotos ergänzen kann. Mit ihrer Mutter Michal, die in Haifa als Psychologin arbeitet, ist sie nach Israel zurückgekehrt, während die Großeltern die Rückreise in die USA antraten. "Aber wir werden wiederkommen", verspricht Hadassah Kleefeld und lobt die Gastfreundschaft der Mitglieder des Fördervereins Blaues Haus sowie "dessen großartige Arbeit zur Aufarbeitung und Bewahrung der jüdischen Geschichte Breisachs".

Aus der Badischen Zeitung vom 7. März 2012

 

Vom 14. bis 16.03. findet die zweite Arbeitstagung "Gedenkstättenpädagogik und Soziale Arbeit" an der Evangelischen Hochschule statt.

Einzelheiten finden Sie im Faltblatt der Veranstaltung.

 

 

Deutsche Übersetzung von Learning each others historical narrative online erschienen und verfügbar

 

"Unter dem Titel Learning each others historical narrative hat das Peace Research Institute in the Middle-East (PRIME) ein außergewöhnliches Schulbuch erarbeitet. Den Anstoß für das Projekt gaben die beiden Direktoren von PRIME, der israelische Psychologe Dan Bar-On und der palästinensische Wissenschaftler Sami Adwan. In Erinnerung an Dan Bar-On, einen engen Kooperationspartner, der am 4. September 2008 in Tel Aviv verstarb, und um die Arbeit von PRIME auch im deutschsprachigen Raum noch stärker bekannt zu machen, haben wir eine deutschsprachige Übersetzung des Buches in Auftrag gegeben, die nun online verfügbar ist. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch als Unterrichtsmaterial für den konstruktiven Umgang mit Geschichte auch für die Bildungsarbeit hierzulande von Nutzen sein kann."

Aus: "Aktuelles" der Berghoff-Stiftung

 

 

"gedenkstättenpädagogik und soziale arbeit"

 

eine Arbeitstagung am 24. & 25. März 2011 in Freiburg i. Brsg. Veranstalter: Freiburger Institut für Menschenrechtspädagogik

Was hat es zu bedeuten, wenn der Besuch einer NS-Gedenkstätte am Abend in einem Besäufnis endet?

Oder wenn eine Führung durch die Gedenkstätte dadurch unterbrochen wird, dass drei Jugendliche im Stechschritt aus der Gaskammer herausmarschieren? Solche und ähnliche Vorkommnisse sind der Ausgangspunkt für die Tagung. Wir möchten gemeinsam den Fragen nachgehen, die sich aus der Verknüpfung von Sozialer Arbeit und Gedenkstättenpädagogik ergeben.

Was passiert eigentlich, wenn gewalttätige, rechtsextremistisch gefährdete oder sozial benachteiligte Menschen Gedenkstätten an die Opfer des Nationalsozialismus besuchen? Welche Projekte dieser Art gibt es in der Sozialen Arbeit und welche Erfahrungen wurden dabei gemacht? Welche Erfahrungen machen Mitarbeiter von Gedenkstätten mit diesen Personengruppen? Ist es sinnvoll, sie durch Gedenkstätten zu führen und, wenn ja, unter welchen Bedingungen? Welche Konsequenzen ergeben sich darus für das Studium Soziale Arbeit beziehungsweise für die Gedenkstättenpädagogik?

Mit dieser Arbeitstagung soll eine Gelegenheit geschaffen werden, bei der sich die Projektträger, die mit dieser Klientel arbeiten, kennenlernen, ihre Erfahrungen austauschen und - mit Hilfe von Supervisor/innen - bearbeiten.

Anmeldung an der Tagung per Fax an 0761-2001496, per email bei werner.nickolai@kh-freiburg.de oder per Brief an: Prof. Werner Nickolai, Katholische Hochschule Freiburg, Karlstr. 63, 79104 Freiburg

 

 

Die Lagergemeinschaft Auschwitz bietet Studienfahrten nach Auschwitz an

 

Bei der 1. Fahrt im Jahr 2011, 20. 25. März 2011, sind noch einige wenige Plätze frei.

Neben Führungen durch das Stammlager und das Lager Birkenau sind Besuche im Archiv und der Kunstsammlung der Gedenkstätte Auschwitz, Gespräche mit ehemaligen Häftlingen sowie ein Besuch der Stadt Krakau geplant.

Die Teilnahmekosten betragen 600 Euro pro Person, für Studierende und Schülerinnen/Schüler auf Antrag die Hälfte. Im Preis inbegriffen sind Flug, Unterkunft, Verpflegung, Eintritte und Referentenhonorare.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme oder Fragen haben, melden Sie sich unverbindlich (bitte möglichst rasch) bei info@lagergemeinschaft-auschwitz.de oder hartwig@lagergemeinschaft-auschwitz.de.

www.lagergemeinschaft-auschwitz.de

 

 

....................................................................Regierungspräsident Würtenberger zu Besuch
Christiane Walesch-Schneller informierte den Regierungspräsidenten Julian Würtenberger über die Historie des Blauen Hauses in Breisach und über die heutige Arbeit in der Gedenkstätte.
Foto: Bianka Pscheidl

 

 

"Vergessen geht einfach nicht"
Regierungspräsident Würtenberger besuchte das Blaue Haus.

BREISACH. "Vergessen geht nicht", betont Julian Würtenberger im Hinblick auf die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der Regierungspräsident stattete dem Blauen Haus in Breisach und damit einem bedeutenden Ort der Erinnerung und Mahnung in der Region einen ersten Besuch ab. Begleitet von mehreren Mitgliedern des Fördervereins informierte Christiane Walesch-Schneller ihren Gast über die Historie des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses und die heutige Arbeit in der Gedenkstätte ...

siehe ganzen Artikel in der Badischen Zeitung vom 12. Mai 2010

 

Ida Frank bei den Festspielen
Bei den Breisacher Festspielen standen früher auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde auf der Bühne. Unser Bild zeigt Ida Frank 1927/28 im Stück Wilhelm Tell. Foto: Stadtarchiv

 

 

Viele jüdische Bürger wirkten bei den Festspielen mit

BREISACH (kff). Das Musical "Anatevka", das dieses Jahr mit großem Erfolg von den Festspielen auf der Freilichtbühne am Breisacher Schlossplatz aufgeführt wird, basiert auf den Geschichten des jüdischen Schriftstellers Sholem Alejchem (1859 1916). Sein 1894 erstmals erschienener Roman "Tewje der Milchhändler" erzählt von den Menschen und ihrem Alltagsleben in dem von Juden bewohnten Dorf Anatevka im damaligen russischen Zarenreich ...

siehe ganzen Artikel in der Badischen Zeitung vom 21. August 2009

 

Richard Levi mit seinen Eltern
Foto von Benjamin Bohn in der Badischen Zeitung vom 04. Juni 2009

 

 

Von den Eltern blieben nur 97 Briefe - Geschichte einer jüdischen Familie

Der Familiengeschichte von Richard Levi hat sich Heidi Beck-Brach verschrieben. Die Schelingerin wertet derzeit 97 Briefe aus, die der jüdische Junge von seinen Eltern und Verwandten erhalten hat unter aus dem südfranzösischen Internierungslager in Gurs ...

siehe Artikel in der Badischen Zeitung vom 4. Juni 2009

 

Familie Jaburg auf Ihringer Friedhof
Foto von Agnes Pohrt in der Badischen Zeitung vom 22. April 2009

 

 

Gedenktafel enthüllt - Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof sind restauriert

79 Grabsteine, zerstört oder beschädigt vor zwei Jahren haben drei Jugendliche den jüdischen Friedhof in Ihringen geschändet. Jetzt sind die Steine restauriert. Mit einer Feierstunde wurde der Abschluss der Arbeiten und der Holocaust-Gedenktag begangen.

IHRINGEN. "Erinnere dich und vergiss nicht" steht es auf Hebräisch auf der Tafel darüber sind die Namen von 57 jüdischen Bürgern von Ihringen zu lesen, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. Am gestrigen Dienstag wurde die Gedenktafel auf dem Ihringer Synagogenplatz enthüllt. Zuvor hatte am jüdischen Friedhof eine Feierstunde anlässlich des Holocaust-Gedenktags und des Abschlusses der Restaurierungsarbeiten an den 79 Grabsteinen stattgefunden ...

Aus der Badischen Zeitung vom 22. April 2009

 

Todesanzeige für Hans David Blum
Anzeige in der Badischen Zeitung vom 31. Januar 2009

 

 

"... Die Verdienstmedaille bekommen hat zwischen den Jahren Hans David Blum, der in der Nacht auf den 10. Januar 89-jährig in New York gestorben ist. Hans David Blum wurde 1919 als Jude in Breisach geboren, wo er bis 1936 die Volks- und Realschule besuchte. Schon in der Schulzeit hatte er großes Interesse an Geschichte. Er lernte Hebräisch und schrieb alle Inschriften auf dem Alten jüdischen Friedhof von Breisach ab, die nur so der Nachwelt erhalten blieben. Denn 1938 wurde der Friedhof teilweise zerstört. 1936 emigrierte er nach Basel, nach dem Krieg ließ sich die Familie in New York nieder. Nach seiner Pensionierung befasste sich Blum weiter mit der jüdischen Geschichte Breisachs. Ergebnis ist sein 1998 erschienenes Buch " Juden in Breisach. Von den Anfängen bis zur Schoah, Band 1". Hans Blum habe die Hand zur Versöhnung ausgestreckt und sich mit seiner Forschung um Breisach verdient gemacht, sagte der Bürgermeister..."

Aus der Badischen Zeitung vom 12. Januar 2009

 

Schüler aus Oswiecim im Blauen Haus
FOTO: SARAH-LENA STEIN

 

BREISACH. Am Freitag ging der einwöchige Schüleraustausch der Hugo-Höfler-Realschule in Breisach mit dem Gymnasium im polnischen Oswiecim mit einem symbolischen Zeichen der Freundschaft und einem Besuch im Blauen Haus zu Ende.

"Wir pflanzen einen jungen Baum, der groß und stark werden soll, so wie die Freundschaft unserer beiden Völker" , erklärt Lothar Menges, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Breisach, den deutschen und polnischen Jugendlichen. Am Ende des Austauschs pflanzten die 38 Schülern und Schülerinnen schließlich einen Freundschaftsbaum auf dem Schulgelände ...

Aus der Badischen Zeitung vom 13.9.2008

 

 

Anna Nedlin vor dem Blauen Haus
FOTO: Kai Kricheldorff

 

BREISACH (kff). Vier Wochen hat die Frankfurterin Anna Nedlin beim Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach im Blauen Haus als Praktikantin gearbeitet. Seit zwei Jahren studiert die 21-Jährige Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. "Das ist die Geschichte ab dem 15. Jahrhundert" , erläutert die junge Frau, die sich für den Studienschwerpunkt Gedenkstätten entschieden hat, was erklärt, warum sie für ihr Praktikum das Blaue Haus gewählt hat.

In Breisach hat sie sich vor allem mit Gräbern auf dem neuen jüdischen Friedhof befasst, deren Grabplatten nicht mehr existieren. Die Abschrift einer Namensliste von Grabplatten, die Michael Eisemann, Breisachs letzter jüdischer Kantor, angefertigt hat, verglich Anna Nedlin mit Sterbeurkunden jüdischer Bürger, die im Stadtarchiv Breisach aufbewahrt sind und mit Grababschriften des jüdischen Friedhofs, die das Landesdenkmalamt archiviert hat.

"So konnten wir für rund 30 Gräber, deren Grabplatten nicht mehr vorhanden sind, die Namen der Bestatteten zuordnen" , berichtet die Studentin, die übrigens im russischen St. Petersburg geboren wurde.

Unter Anleitung von Christiane Walesch-Schneller, der Vorsitzenden des Fördervereins, hat sie ihre gewonnenen Erkenntnisse in einer Datei zusammengetragen. Vorgesehen ist nun, die alten Gräber demnächst mit kleinen Tafeln zu versehen, die darüber Auskunft geben werden, welche Breisacher Juden in diesen Gräbern einst ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Auch ein Projekt von Schülern des Breisacher Martin-Schongauer-Gymnasiums hat Anna Nedlin während ihres Praktikums begleitet.

Breisach hat sie in den vergangenen vier Wochen als "eine süße, kleine Stadt" kennengelernt, wie sie abschließend lachend erzählt.

 

Einzigartiges Denkmal

Jüdischer Friedhof vor 400 Jahren erstmals erwähnt


Anja aus Warschau, Teilnehmerin eines internationalen Sommerlagers der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste

 

BREISACH / IHRINGEN / MACKENHEIM. Der auf den Tag genau vor 400 Jahren erstmals erwähnte jüdische Friedhof im elsässischen Mackenheim steht mit der Heimatgeschichte der oberbadischen Juden, auch derer von Breisach und Ihringen, in Verbindung.

Am heutigen Donnerstag, 25. September, jährt sich zum 400. Mal der Tag, an dem der jüdische Friedhof von Mackenheim in den Quellen des unterelsässischen Bezirksarchivs in Straßburg erstmals erwähnt wurde. Auf dem linksrheinisch gelegenen Begräbnisplatz wurden bis 1755 in Ermangelung eines eigenen Friedhofs auch die Breisacher Juden bestattet. Begraben ist dort auch ihr 1727 verstorbener Schultheiß und Vorsteher der jüdischen Gemeinde von Altbreisach, Joseph Günzburger. Seinem Einfluss am Hof des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach ist die Entstehung jüdischer Gemeinden in Emmendingen, Eichstetten, Ihringen, Sulzburg, Müllheim und Lörrach zu verdanken. Günter Boll und der Bürgermeister von Mackenheim, Jean-Claude Spielmann, die sich bei der Direction Rgionale des Affaires Culturelles in Straßburg mit Erfolg um den Denkmalschutz für die Grabmäler des jahrhundertealten Friedhofs bemüht und zur dauerhaften Sicherung seiner Pflege im September 2003 den Verein "Les Amis du Judengarten de Mackenheim" ins Leben gerufen haben, betrachten den vom Volksmund liebevoll als Judengarten bezeichneten Friedhof im Rheinwald als ein von Deutschen und Franzosen, von Christen und Juden, von Natur- und Geschichtsfreunden gemeinsam zu schützendes Erbe.

Breisacher Schüler sowie ost- und westeuropäische Teilnehmer an den internationalen Sommerlagern der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste unterstützen den Verein bei der Dokumentation und der Pflege dieses einzigartigen Kulturdenkmals.

Aus der Badischen Zeitung vom 25. September 2008

 

DAN BAR-ON IST TOT

 

Am 4. September ist Dan Bar-On in Tel Aviv im Kreis seiner Familie gestorben

In der Jüdischen Allgemeinen erschien am 11. September von Alexandra Senfft eine Würdigung seines Lebens und seiner Arbeit.

Und hier der Nachruf von Dr. Christiane Walesch-Schneller, Vorsitzende des Fördervereins Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach

 

ZUR ERINNERUNG AN DIE ERMORDETEN JÜDISCHEN KINDER

Amerikanische Chöre fhren in der Gedenkstätte Natzweiler-Struthof das Holocaust-Oratorium auf und besuchen den Kaiserstuhl


Chor der St. Cloud State Universität

 

BREISACH/KAISERSTUHL (apt). Über 200 amerikanische Musiker drei Chöre und ein Orchester sind derzeit in Deutschland zu Gast, um erstmals in Europa das Holocaust-Oratorium "To Be Certain of the Dawn" ("Der Morgendämmerung gewiss sein" ) aufzuführen. Am Donnerstag, 29. Mai, 18 Uhr, wird das Oratorium vor 1200 geladenen Gästen im Elsass, in der KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof, gesungen. Aber auch in Freiburg sowie in Ihringen, Breisach und Oberrotweil werden die amerikanischen Musiker im Alter von 13 bis 25 Jahren auftreten ...

Aus der Badischen Zeitung vom 27. Mai 2008

 

DREI SCHÄTZE JÜDISCHER BUCHKUNST

BREISACH/IHRINGEN. Erstaunliche Neuigkeiten konnte der amerikanische Historiker Professor Dan Bing verkünden, als er auf Einladung des Fördervereins ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach über die Erkenntnisse berichtete, die er im Verlauf seiner Familienforschung gewonnen hat. Bei der Suche nach seinen Wurzeln stieß Bing auf seinen im 18. Jahrhundert in Ihringen lebenden Vorfahren Abraham Levi, der als Schreiber dreier Haggadoth ein gewichtiges Stück jüdischer und gleichzeitig Ihringer Kultur geschaffen hat ...


 

Aus der Badischen Zeitung vom 28. Mai 2008

 

BESUCH IN DER "STADT DES FRIEDENS"

Breisacher reisen ins polnische Oswiecim und vertiefen Kontakte / Stein des Münsters für "Hügel der Erinnerung und Versöhnung"

OSWIECIM/BREISACH. Einen Stein vom Breisacher St. Stephansmünster hat die elfköpfige Delegation der Stadt Breisach, die von Bürgermeister Oliver Rein angeführt wird, am Donnerstagnachmittag als Gastgeschenk dem Bürgermeister der polnischen Stadt Oswiecim, Janusz Marszalek, überreicht. Besuch und Gastgeschenk aus Breisach dienen der Festigung der freundschaftlichen Kontakte zwischen der Europastadt und Oswiecim, die den Zusatz "Stadt des Friedens" trägt ...

Aus der Badischen Zeitung vom 17. Mai 2008

 

AUF DEN SPUREN DES NAZITERRORS

Gedenkfahrt ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz / Empfindungen werden dokumentiert

OSWIECIM/BREISACH. Teilnehmer einer Fahrt ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz sind zurzeit in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz im polnischen Oswiecim. Veranstaltet wird das Projekt von dem in Breisach beheimateten Verein "Für die Zukunft lernen" , zu dessen Zielen der Erhalt der Kinderbaracke Auschwitz-Birkenau gehört. ...

Aus der Badischen Zeitung vom 16. Mai 2008

 

JUGENDLICHE AUF DEN SPUREN DER JÜDISCHEN GESCHICHTE

Junge Ihringer wollen sich mit einem schwierigen Kapitel der Geschichte befassen / Filmemacher Bodo Kaiser unterstützt sie dabei

IHRINGEN (fsn). über Jahrzehnte hinweg wohnten in Ihringen jüdische Familien Haus an Haus mit den christlichen Nachbarn, bis sie zu Zeiten des Nationalsozialismus, wie überall im Land, grausam vertrieben wurden. Kaum einer wagte nach dem Krieg sich mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen, zu groß war das Schamgefühl, zu nah erschien den meisten das Geschehen. Nun soll sich das ändern. Unter der Leitung von Jugendzentrumsleiter Frank Forster und auf Wunsch der Gemeinde wollen sich Jugendliche in einem Projekt mit der jüdischen Geschichte des Dorfes auseinandersetzen. Ein erstes Treffen zum Austausch der Vorstellungen hat bereits stattgefunden ...

Aus der Badischen Zeitung vom 25. März 2008

 

"TÄNZE FÜR DAS BLAUE HAUS" UND WAS DARAUS WURDE

Die im Jahr 2006 mit den "Tänzen für das Blaue Haus" so überaus erfolgreiche Idee, Jugendliche zusammen mit Profitänzern gemeinsam ein Tanzprojekt erbarbeiten zu lassen, zieht weitere Kreise. Schon im vergangenen Jahr war sie mit "Dancing to connect" in Freiburg weitergeführt und mit einer Abschlussveranstaltung im Stadttheater gekrönt worden. Jetzt soll es nicht nur in Freiburg, sondern auch in Stuttgart und Berlin zu Folgeprojekten kommen.

Bettina Schulte, Redakteurin bei der Badischen Zeitung, berichtet darüber unter der Rubrik "Kultur und Medien" in der BZ vom 25. März 2008.

 

ZIVI-ZIVY FAMILIENTREFFEN IN BREISACH

Die Nachkommen von Aron Moshe Zivi treffen sich vom 30. April bis 2. Mai 2008 in Breisach. Es ist das zweite Treffen dieser Art, das erste fand 2005 in Müllheim statt.

Neben Wiedersehen und Kennenlernen mit Austausch von Photos usw. steht vor allem ein Vortrag von Prof. Freddy Raphael aus Straßburg und eine Fahrt mit dem Bus nach Biesheim, Durmenach und Müllheim, der Wiege der Zivis, auf dem Programm sowie eine Führung von Günter Boll und Dr. Christiane Walesch-Schneller durch das "Das jüdische Breisach".

 

INTERVIEW MIT PROF. DANIEL HOFFMANN IN DER BADISCHEN ZEITUNG

Am 18. Juni 2007 hielt Prof. Daniel Hoffmann aus Düsseldorf eine Lesung im Blauen Haus in Breisach über sein gerade erschienenes Buch "Lebensspuren meines Vaters". Mit diesem Buch hatte er es übernommen, aus den Erzählungen seines Vaters, Briefen aus den Lagern und Dokumenten die Lebensgeschichte von Paul Hoffmann, geboren 1921 in Iserlohn, zu rekonstruieren. Paul Hoffmann überlebte Auschwitz und Buchenwald. Er ist ein Enkel von Paul und Mathilde Weinberg; seine Mutter Selma die Großmutter des Autors - wuchs im Jüdischen Gemeindehaus in Breisach auf als Tochter des Kantors Paul Weinberg aus Danzig, der 1919 in Breisach starb.

Während seines Aufenthaltes in Breisach hatte die Mitarbeiterin der Badischen Zeitung Friedel Scheer mit Prof. Hoffmann ein Interview geführt, das schließlich im Januar 2008 in der Zeitung veröffentlicht wurde.

 

GEDENKBUCH FÜR DIE IHRINGER JUDEN

Entsprechend dem Gedenkbuch der Breisacher Juden ist jetzt auch das für Ihringen im Netz veröffentlicht. Über den Menüpunkt "Gedenkbuch" (für die Breisacher Juden) kommt man zu dem für die Ihringer Juden. Die Namensliste fußt auf allen bis heute verfügbaren Quellen; wir hoffen, dass wir noch weitere aufklärende Informationen erhalten.

 

DOKUMENTATION ZUR SCHÄNDUNG DES JüDISCHEN FRIEDHOFES IN IHRINGEN

 

21. Februar 2008 [Verurteilung durch das Landgericht Freiburg nach Berufung]:

 

23. November [Verurteilung durch das Amtsgericht Freiburg]:

 

16. August 2007:

 

17. August 2007:

 

18. August 2007 [Der Fall ist aufgeklärt]:

 

22. August 2007:

 

24. August 2007:

 

27. August 2007:
  • Leserbrief von Matthias Auer, Konrektor der Ihringer Neunlindenschule in der Badischen Zeitung

 

30. August 2007:

 

1. September 2007:

 

7. September 2007:

 

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